Schlagwort: Familie

Abruptes Ende mit offenen Fragen

Im Roman „Dreißig Tage“ werden zunächst eigenartig anmutende Alltagsgeschichten erzählt. Stück für Stück werden spannendere Details dazu eingeflochten. Der Protagonist des Buches wird in vielfältige Sozial- und Beziehungsgefüge involviert. Auch seine eigene Biografie wird bekannt: Er wuchs bei seinem Onkel auf, während seine Mutter ein Diplomatenkind betreute – seine nunmehrige...

Lebenssorge als Widerstandspraxis

Im Mittelpunkt der Forschungsarbeit steht Maria Etzer, die im Nationalsozialismus zu drei Jahren Haft verurteilt wurde, weil ihr vorgeworfen wurde, dass sie einen verbotenen Umgang mit französischen Zwangsarbeitern gepflegt habe. Sowohl die Öffentlichkeit als auch die Wissenschaft nach 1945 blendete Fälle aus, die als „Geschlechtsverkehrverbrechen“ bezeichnet wurden. Wesentlich an der...

Rainbow Families

In diesem Buch lernen sich am Bauernhof Mika und Ida kennen. Mika hat zwei Mamas, Ida nur einen Papa, da die Mama weggegangen ist. Durch einen Beinahe-Unfall mit Eseln finden die zwei Kinder einen Draht zueinander und einigen sich darauf, dass Familie Familie ist, egal wie diese aussieht. „Die einen...

Miri

Nach einigen Kinderbüchern gibt die Wiener Autorin Christine Auer mit „Miriam im Sternschnuppenjahr“ nun ihr Debüt als Jugendbuchautorin. Nachdem ich die Freude hatte, die Etappen der Entstehung des Buches über mehrere Jahre mitzuerleben, habe ich es umso mehr genossen, jetzt das fertige Buch in Händen zu halten. Und erst recht...

Zugehörigkeiten

In ihrem autobiografischen Buch erzählt Sylvia Ofili von ihrer Jugend in Nigeria ab dem Besuch eines Internats bis zu ihrer Zeit als erwachsene Studentin in Deutschland. Als Kind einer weißen Deutschen und eines Schwarzen Nigerianers erlebt sie die gesellschaftlichen Abwertungen, da nicht Schwarz genug und dort nicht weiß genug zu...

Über polnische Äcker streunend

In 24 kurzen Kapiteln schreibt Wioletta Greg über das Aufwachsen der kleinen Wiolka, Wiolitka, Loletka, Maad… im Polen der 1970er und 80er Jahre. Da wird sie in einem windschiefen Haus mit Mutter, Vater und Großeltern groß, sammelt Etiketten von Streichholz­schachteln, beobachtet ihren Vater beim Ausstopfen von Tieren, hängt ihr Herz...

Wüstes Leben!

Durch eine Käferplage wird Anfang der 1920er Jahre in South Carolina die gesamte Baumwollernte zerstört. Viele Menschen verarmen und sterben an Diphterie. Im Mittelpunkt des Romans stehen drei Frauen, die sich auf verschiedenen gesellschaftlichen Stufen bewegen. Da ist die mittelose Gertrude, die ihren gewalttätigen Mann umbringt und um das Überleben...

Die Umlaufbahnen des Lebens

In dem 1980 auf Englisch erschienenen Gesellschaftsroman der australischen Autorin Shirley Hazzard, der nun in deutscher Übersetzung vorliegt, treffen Liebe, Betrug, Mord, der Wunsch nach sozialem Aufstieg und der Kampf der Geschlechter aufeinander. Zu allen Zeiten gibt es eine junge Generation, die voller Leidenschaft Traditionen und alte Ideen infrage stellt....

Midlife-Krise, die sich lohnt

Ingrid und Jan, ein gut situiertes Ehepaar mit zwei Söhnen um die 20 Jahre im bürgerlichen Oslo, ringen mit der Krise der mittleren Jahre. Im Grunde ist es Ingrids Geschichte. Ihr Leben ist ein tiefes Spiegelbild der Ereignisse des 20. Jahrhunderts: sie wuchs bei den Großeltern auf, nachdem sich ihre...

Sich verpassen!

Der Debütroman von Sofia Lundberg beschreibt die Schicksalsschläge einer Frau, die Anfang des 20. Jahrhunderts zunächst in ärmlichen Verhältnissen in Schweden lebt, dann als Mannequin nach Paris geht, einen Abstecher in die USA unternimmt und schließlich wieder nach Schweden zurückkehrt. Es werden zwei Handlungsebenen mit­einander verknüpft: Doris, die Protagonistin, wie...