Kategorie: Ökonomie

Aber jetzt bitte authentisch

In dieser feministischen Ökonomiekritik erforscht die politische Philosophin Julie Govrin, wie Begehren die wirtschaftliche Wertordnung durchdringt und sich Bewertungsmuster in soziale Beziehungen und in die Selbstwahrnehmung einschreiben. Aufgeteilt in drei Kapitel führt der Streifzug durch eine Fülle von Phänomenen der Gegenwart und ihre Geschichte, um Verbindungen von Begehren und Wert...

Tech-Arbeit und Gerechtigkeit

Der öffentlich formulierte Anspruch, Mädchen und Frauen in technischen Berufen zu fördern, trifft in der Tech-Unternehmenspraxis auf tradierte Geschlechtervorstellungen. Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechterungerechtigkeit werden so gleichzeitig hervorgebracht und in der Alltagspraxis ausgehandelt. Diesem Phänomen widmet sich die Dissertation von Amanda Ruf durch eine Aufarbeitung von Theorieansätzen zu Geschlecht, Gerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit....

Gleichstellung gegen Armut

In ihrem Lebenswerk Das weibliche ­Kapital gibt Linda Scott einen umfassenden Einblick in die Erkenntnisse der ‚XX-Ökonomie‘. Scott zeigt eindrucksvoll die zentrale Rolle der Gleichstellung für die Armutsbekämpfung anhand eigener Forschungsergebnisse sowie zahlreicher wissenschaftlicher Studien und untermauert den Diskurs mit illustrativen Beispielen. Ein besonderes Augenmerk legt sie auf die Darstellung...

Solidarität statt Individualisierung

Lea Susemichel und Jens Kastner haben ein längst überfälliges Buch zum Thema Identitätspolitiken geschrieben. Essentialismen und Homogenisierung haben Identitätspolitiken sozialer Bewegungen viel berechtigte Kritik eingebracht. Die Autor_innen verweisen aber auch auf die bereits sehr früh in diesen Bewegungen entstandene Vervielfältigung von Identitäten, wie z.B. in den Lesbenbewegungen, sowie auf die...

Was ist und was will der feministische Materialismus?

Das Buch hält, was der Titel verspricht. Elf Beiträge geben, teils in Bezugnahme und Abgrenzung zu anderen feministisch-theoretischen Strömungen, einen breiten Überblick über das Konzept des feministischen Materialismus. Es plädiert für und praktiziert eine differenzierte Auseinandersetzung mit unterschiedlichen theoretischen Zugängen jenseits von schneller Pauschalverurteilung anhand gewählter Schlagwörter. Die Schwerpunkte des...

Sorgearbeit und Geschlecht

Lisa Y. Hallers Buch reiht sich in eine erfreuliche Entwicklung ein, die in der Geschlechterforschung zu beobachten ist: Seit einiger Zeit erscheinen wieder mehr Publikationen, die Geschlechterfragen in Bezug zu und vor dem Hintergrund der politischen Ökonomie diskutieren. Welcher Zusammenhang besteht eigentlich, so die von Haller für Deutschland aufgeworfene Frage,...

Ghost-Writing für Kühe

Was das Empfinden und Erleben von Welt betrifft, da ist sich die Ökobäuerin Rosamund Young sicher, gibt es vieles, das Menschen und Kühe verbindet. Das Buch zeigt klare Parallelen zwischen einigen wichtigen Verhaltensweisen. So beobachtet sie die Kühe beim Spielen, entdeckt, dass es auch bei ihnen persönliche Befindlichkeiten wie Beleidigtsein...

Verhalten und Geschlechtergerechtigkeit

Das vorliegende Buch der Harvard-Professorin ermöglicht einen eindrücklichen Einblick in das Feld der Verhaltensökonomie und ihrer Prämissen. Angewandter Bereich ist hier die Geschlechtergerechtigkeit, zu der Bohnet überzeugend und effizient beitragen will. Erfreulicher Ausgangspunkt ist die Annahme, dass dafür nicht Frauen ihr Verhalten, sondern dass sich die Verhältnisse ändern müssen. Solcherart...

Pendelpfleger*innen

Die Autorin der qualitativen Studie hat problemorientierte Interviews mit polnischen Pendelmigrant*innen geführt, die zur Pflege alter Menschen in Deutschland tätig sind. Mit einer Einführung in den aktuellen Forschungsstand zeigt sie Entwicklungsszenarien auf. Die Arbeitskräfte sind auf eine Vierundzwanzig-Stunden-Pflege, die im Rotationsprinzip abläuft, spezialisiert. Verschiedenste Motivationen zur Annahme dieser Tätigkeit sind...

Frauenkarrieren und doing gender

Trotz eines weiblichen Beschäftigungsanteils von 80% sind Führungspositionen im Gesundheits- und Sozialbereich mehrheitlich mit Männern besetzt. Im Rahmen einer Studie der Hochschule Niederrhein führten die Autorinnen eine umfassende Analyse der verinnerlichten, interaktionalen und strukturellen Bedingungen, die männliche Führung begünstigen, durch. Bezugnehmend auf Foucaultsche Annahmen zu epistemischen, also wissens- und machtkonstituierenden...