Kategorie: Wissenschaft & Sachbuch
In Lateinamerika werden Strömungen des eurozentrischen, „weißen“ Feminismus mitunter kritisch wahrgenommen: Etwa als Suche nach Antworten auf Probleme privilegierter Frauen aus der Mittelschicht, die individuelle Rechte und Gleichstellung einfordern – innerhalb bestehender patriarchalischer Strukturen. Die Kolonialisierung und Ausbeutung Lateinamerikas war zentral für die Industrialisierung und Bereicherung europäischer Gesellschaften. Millionen von...
Kaum ein Begriff wird derzeit so angegriffen und politisch missbraucht wie „Gender“ – als Feindbild, um Ängste zu schüren, Minderheiten auszugrenzen und demokratische Errungenschaften zu untergraben. In vielen Ländern gehen diese Angriffe mit autoritären Tendenzen einher und bedrohen offen gesellschaftliche Vielfalt und Freiheit. Genau hier setzt Wer hat Angst vor...
30 Jahre nach der Veröffentlichung der Originalausgabe in den USA liegt der feministische Klassiker seit November 2024 auch auf Deutsch vor. Über weite Strecken sehr spannend zu lesen, ist das Buch ein interessanter Meilenstein der feministischen Diskurse der letzten drei Jahrzehnte. Die Autorinnen beginnen mit einer Analyse des aus den...
In insgesamt 22 Beiträgen werden überblicksartig Positionen von Theoretiker*innen und Aktivist*innen zum Thema Feminismus angeboten. Selbstverständlich werden in den Einführungen auch Widersprüche zu anderen feministischen oder trans-orientierten Sichtweisen deutlich. Genau darin liegt die Relevanz dieses Schulheftes, die feinen Unterschiede zwischen den Strömungen zu verdeutlichen. Ob klassenspezifische, egalitäre, dekonstruktivistische, intersektionale oder...
„If you can’t smash it, set it on fire“, stellt Barbara Blaha ihrem Buch als Motto voran, in dem sie das Patriarchat detailreich analysiert. Die Kapitel befassen sich mit verschiedenen Aspekten: wie das Patriarchat Frauen systematisch klein hält und ihre Kompetenz untergräbt, dass Frauen weniger verdienen und weniger Zeit haben,...
Die Philosophin und Kulturwissenschaftlerin Maria-Sibylla Lotter stellt in ihrem Buch fest, dass Opfer sexistischer, antisemitischer oder rassistischer Gewalt sich zu leicht ihrer Handlungsfähigkeit berauben lassen. Oft bemüht sich zwar eine breite Solidaritätsbewegung um die Unterstützung der Opfer, ja sogar Medien und Politiker:innen mischen sich einseitig ein. Jedoch ist eine leichtfertige,...
Wer hätte gedacht, dass Intersektionalität mit einem einzigen Bild erklärbar ist? Dieses Buch schafft es, eine Klarheit auf allen Ebenen zu generieren. Das bezieht sich sowohl auf die Auswahl der Inhalte, die Strukturierung, optische Ausgestaltung und im Besonderen auf die Lesbarkeit der Texte. Die Autorinnen Prof. Dr. Helma Lutz, emeritierte...
„Auf wessen Leben bauen unsere Theorien der kollektiven Aktion und des sozialen Wandels auf?“ fragt Dorothy Sue Cobble im Vorwort zu diesem Buch. Die unbezahlte Arbeit sei ebenso bedeutsam wie die bezahlte. Die Monografie zeichnet das aktivistische Ringen von Frauen um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen nach. Ein langer Zeitraum (1880-1990)...
Viele kamen alleine, arbeiteten, kämpften für ihre Rechte, holten ihre Männer nach. Migrant*innen aus der Türkei veränderten nicht nur die Ordnung der Geschlechter, sondern sie bewirkten auch Änderungen im Aufenthaltsrecht und stellten das Konzept von Staatsbürgerschaft in Frage. Trotzdem sind weibliche Migrant*innen aus der Türkei im öffentlichen Diskurs kaum sichtbar...
Die beiden Herausgeber:innen liefern mit ihrem aus dem amerikanischen Englisch übersetzten Buch eine Geschichte von Schwarzen antifaschistischen Bewegungen in den USA. Dabei geht es um Widerstand gegen die Lynchmorde, Kampagnen wie „We charge Genocide“, die Black-Power-Bewegungen und Abolitionismus. Anhand von wichtigen Akteur:innen und zentralen Ereignissen geben die Autor:innen einen Überblick...