Schlagwort: Alltag

Reise zum Ich

Eine junge Lehrerin pendelt täglich mit dem Zug in eine nahegelegene Stadt, um zu ihrer ersten Arbeitsstelle zu gelangen. Vieles ist in ihrem Leben im Umbruch, die neue Rolle als Lehrende, nicht sehr viel älter als ihre Schüler*innen, es passt noch nicht. Nicht so ganz passt auch die Affäre zu...

Zehn Sekunden am Tag

Nun ist der Abschlussband der Trilogie der Georg-Büchner-Preisträgerin Terézia Mora erschienen. Darius Kopp, inzwischen 50 Jahre alt, kehrt nach einem längeren Aufenthalt in Sizilien nach Berlin zurück. Er begleitet seine schwangere Nichte Lore, die ihn unerwarteterweise zuvor in Catania besucht hat. Seine Rückkehr bringt unerfreuliche Rechnungen ans Tageslicht, alte Schulden,...

Herzschmerz und Humor

Es sind wieder die zahlreichen Alltagssituationen lesbischen Lebens, die Anne Bax spitzfindig und liebevoll aufs Korn nimmt. Die Verliebtheit in die Turnlehrerin, pseudoliberale Eltern, verstohlene Küsse, dicke Käsescheiben und dramatisch gebrochene Herzen finden sich in diesem Band, in dem auch Lieder mit Gitarrenakkorden von Anika Auweiler Eingang fanden. „Spaß bei...

Starke Kinder in einer feindlichen Welt

Das Buch spielt in den Niederlanden des 2. Weltkriegs. Sternkinder sind jüdische Kinder, die inmitten des großen Krieges ihren Alltag erleben und bestreiten. Sie erleben Konzentrationslager, Deportationen, manchmal auch Hilfe und Unterstützung. Die Geschichten der einzelnen Kinder sind recht kurz, immer sehr eindringlich und immer aus Sicht der Kinder geschildert....

Gemeinsames in 100 Jahren Frauenleben

Drei Wege, drei junge Frauen, drei Zeitmarken in Berlin: Ida arbeitet 1918 als Dienstmädchen in einem bürgerlichen Haushalt und lebt respektiert mit der Frau des Hauses und den drei kleinen Söhnen, bis die Heimkehr des verwundeten Herren des Hauses dies ändert: er schließt sie aus, Nationalismus, Aggression sowie Männlichkeitserziehung ziehen...

Aus dem Ankunftsland

Es sind Bild- und Textcollagen, Stickbilder, selten klassische Textformen, mit denen Nadine Kegele in ihrem aktuellen Buch Fragmente unterschiedlicher Leben einfängt, Fragen nach Heimat und Heimatlosigkeit, Emanzipation, Freund_innenschaft und Liebe stellt. Ist es echte Freiheit oder Schweinebratenfreiheit? Wo verläuft der rote Faden zwischen dem Leben eines Mannes und einer Frau...

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Der knallpinke Fernreisebus mit der Aufschrift SPERANZA macht sich auf den langen Weg von Wien bis Cluj in Rumänien. Einer der beiden Fahrer, Ioan, steht in Wien am Abfahrtsterminal und betrachtet das Geschehen. Er sieht Passagiere, die sich rührselig verabschieden, noch schnell ein Ticket kaufen oder sich die Wartezeit bis...

Die Fotoschatzkisten der Vivian Maier

Eine kleine Bande von regennassen Buben schaut halbstark in die Kamera; Chicagoland, April 1967. Ein Paar mit der faltigen Haut des hohen Alters hält sich an den Händen, die Straße vom Hochsommer sonnengefleckt; 1972. Zufällig entdeckte der Filmemacher und Lokalhistoriker John Maloof im Jahr 2007 Kisten mit rund 140.000 Fotografien,...

Street Photography aus New York

Denken, fühlen, sehen . . . fühlen, sehen, denken: Anlässlich der Retrospektive zu Ehren der Fotografin Helen Levitt in der Wiener Albertina im Winter 2018/2019 entstand dieser Katalog. Abgebildet sind die wichtigsten Schwarz-Weiß-Fotos und auch einige Farbfotos der 2009 verstorbenen nordamerikanischen Fotografin. Die Aufnahmen zeigen die Straßen von New York,...

Puppenspiele

Die äußerst naive Cora lebt 1989 in Berlin, Hauptstadt der DDR, und feiert ihren 30. Geburtstag bei ihrer Tante, bei der sie auch aufgewachsen ist. Die Tante, offensichtlich Antiquitätensammlerin von wertvollen Puppen, schenkt Cora eine Gruppe von Porzellanfigürchen, die gefrorenen Charlotten, und macht seltsame Andeutungen. Wenige Tage später ist die...