Kategorie: Arbeit

Unbezahlte Arbeit bleibt weiblich

In zwölf Artikeln skizzieren acht Journalist*innen Aspekte gesellschaftlich notwendiger Sorgearbeit: 24-Stunden-Pflege, aber auch die Leerstelle, die die Pfleger*innen bei sich zu Hause zurücklassen, das holländische Pflegemodell, Bubenarbeit und Geschlechtererziehung in der Schule, Väterkarenz und familiäre Reproduktionsarbeit, Familienhilfe, Hospizbegleitung… Verrichtet wird die Sorgearbeit als Lohnarbeit, im Ehrenamt oder als unbezahlte Arbeit....

Gerechte Arbeitswelten

Karrierecoach Verena Florian hat mit 50 berufstätigen Personen in Österreich über ihre Erfahrungen mit und Vorstellungen von Geschlechtergerechtigkeit gesprochen. Zahlreiche Zitate unterfüttert sie mit statistischem Datenmaterial, Bezügen zur Frauengeschichte und ordnet sie in Kapitel über Elternbilder, Unabhängigkeit, Lebensentwürfe uvm. Die interviewten Frauen sind alle Führungskräfte der gehobenen (urbanen, implizit weißen)...

Sexarbeiter*innenrechte sind Frauenrechte!

Das Denken vom Subjektstandpunkt aus, um das Erfahrungswissen der Sexarbeiter*innen sichtbar zu machen, ist wesentlich, um sie nicht einseitig für den hegemonialen Diskurs zu vereinnahmen. Der Sammelband schafft aus verschiedenen wissenschaftlichen Sichtweisen und Erfahrungen der Betroffenen ein heterogenes Bild der Sexarbeit, um diese einer einseitigen Analyse zu entziehen. Eine daraus...

Working Poor

Die Autorin, selbst Gewerkschaftsfunktionärin der GPA-djp, stellt Arbeits- und Lebensgeschichten von neun Menschen vor, die gezwungen sind, ihre Arbeitskraft und Lebenszeit in Österreich in „atypischen Arbeitsverhältnissen“ zu verkaufen. Sie arbeiten nicht in sozialversicherten Vollzeitanstellungsverhältnissen – die im Postfordismus immer weniger die Norm sind -, sondern sind Leiharbeiter*innen, Praktikant*innen, neue Selbständige,...

Dynamischen Schrittes zu neuen Chancen

„Das Problem beim Älterwerden ist gar nicht, dass man alt wird, sondern dass man jung bleibt.“ Dieses Zitat bildet den Hintergrund der Interviews und spiegelt sich sowohl im Vorwort als auch im Prolog und in den Interviews der Autorin wider. Sie beschreibt ausführlich den demografischen Wandel mit der Veränderung der...

Warum doch nicht alles möglich ist

In ihrer arbeitssoziologischen Studie über die Berufsverläufe junger IndustriearbeiterInnen legt Carina Altreiter in kritischer Auseinandersetzung mit subjekt­orientierten soziologischen Ansätzen dar, dass die Klassenherkunft bestimmend für den Spielraum und die Entscheidungsmöglichkeiten dieser Gruppe im Kontext der Erwerbsarbeit ist. Basierend auf Interviews mit 20 jungen ArbeiterInnen zeichnet Altreiter deren Entscheidungen, Verhaltensweisen, Problemlösungsstrategien...

Strukturelle Verstecke von Geschlecht

Kommt die Bedeutung von Geschlecht mit den handelnden Personen in Organisationen hinein oder sind Strukturen, Abläufe und dergleichen in Organisationen bereits von Geschlechtervorstellungen vorgeprägt? Nach einem informativen Rückblick auf Verbindungen und Getrenntheiten von Organisations- und Geschlechterforschung werden im vorliegenden Band der neo-institutionalistische Zugang dargestellt und davon ausgehend relevante Begriffe und...

Der umstrittene Wert der Hausarbeit

Es geht in der historisch-soziologischen Studie um die Rekonstruktion der Prozesse der Regulierung und Institutionalisierung bezahlter Hausarbeit im Ländervergleich von Spanien und Uruguay. Angesichts der aktuell weltweit steigenden Anzahl von meist weiblichen Hausangestellten, deren Arbeit oft prekär, informell und schlecht bezahlt ist, sowie der Abfederung des Rückbaus des Wohlfahrtsstaats durch...

Häusliche Pflegearbeit in Italien

In Italien ist das „Migrantin in der Familie“-Modell der häuslichen Pflege äußerst weit verbreitet. Luisa Talamini fragt in ihrem Buch, warum – warum pflegen vor allem Frauen*, warum zu Hause und warum Migrant*innen? Eine Stärke der Arbeit liegt darin, in einer kritischen Betrachtung der Familie als zentrale Instanz das Dilemma...

Tatsächliche Transformationen? 

„Wir wollen die Zukunft nicht einfach als eine Fortschreibung vergangener ‚neopatriarchaler’ Verhältnisse fortschreiben und uns vor allem an den erodierenden vergangenen Ungleichheiten orientieren.“ (Einleitung) Aber ist es nicht so, dass zwischen Vergangenheit und Zukunft doch die Gegenwart liegt, die sehr wohl als Neopatriarchalismus bezeichnet werden kann, der nicht einfach ‚fortzuschreiben’...