Kategorie: (Auto)Biografien

Die ‚Neue Frau‘

Ende der 1920er Jahre gerät Lotte Lasterstein mit ihren herausragenden und originellen Porträts erstmals in den Blick einer breiteren Öffentlichkeit. Es waren Werke wie Im Gasthaus oder Russisches Mädchen mit Puderdose, die ihren unverkennbaren Blick auf die Frauen ihrer Zeit offenbarten. Frauen, die für sich selbst existieren, die autonom handeln,...

Eine brillante Avantgardistin

Die Architekturpionierin Margarete Schütte-Lihotzky erlebte rasante gesellschaftliche, politische und last but not least architektonische Veränderungen. 1897 geboren, wurde sie selbst eine Ikone der Moderne und eine der einflussreichsten Frauen ihrer Zeit. Wie hat ihre Geburtsstadt sie geprägt und welche Lebensstationen finden sich hier? Biografische Details über Kindheit und Lehrjahre an...

TelAviVienna

Die israelische Künstlerin Aviram war noch nie in Wien und die österreichische Autorin Landerl noch nie in Tel Aviv. Aviram zeigt Landerl ihr Tel Aviv in Fotografien und Landerl beschreibt für Aviram ihr Wien. Beide Frauen leben inzwischen an anderen Orten und berichten über Städte, in denen sie gelebt haben....

Eine energiereiche Frau

Die Lebenserinnerinnerungen von Franziska Tausig starten in ihrer Kindheit und enden bei ihrer Rückkehr nach Wien. 1895 geboren als Tochter eines jüdischen Holzhändlers, heiratet sie kurz vor dem Ersten Weltkrieg einen jüdischen Juristen aus Temesvar, der später versehrt aus dem Krieg zurückkehrt. 1922 kommt ihr Sohn Otto zur Welt, den...

Nichts ist je vorbei

Chantal Akermans Mutter ist 85 und schon sehr gebrechlich. Sterben will sie nicht. Ihr Moment ist noch nicht gekommen, sagt sie. Sie hat Auschwitz überlebt, redet aber nie darüber. Die Tochter bereitet sich auf den Tod der Mutter vor. Sie versucht, sich selbst ohne sie vorzustellen, aber sie ist noch...

Mut gegen patriarchale Religion

Lale Güls ergreifender Roman erzählt über das Leben und den täglichen Kampf einer jungen Frau, deren Realität von prekären Lebensumständen in einer klassistischen, rassistischen Gesellschaft und von unterdrückenden, gewaltvollen Verhältnissen in der eigenen ultrakonservativen muslimischen Familie gekennzeichnet ist. Die autobiographische Erzählung zeigt – aus der Sicht der Protagonistin Büsra geschrieben...

Ein Gefängnis als Universität des Lebens

Um ihren Roman Die Kunst der Freude zu schreiben, gab die ehemalige Schauspielerin Goliarda Sapienza alles auf, bis sie eines Tages aus finanzieller Not einen Diebstahl beging und im römischen Frauengefängnis Rebibbia landete. Ihre Erfahrungen dort hielt sie in einem Tagebuch fest, das nun in deutscher Übersetzung vorliegt und sowohl...

Zeiten-Reisen

Alice ­Schalek nimmt uns in ihren Reportagen mit auf Reisen nach Brasilien, Chile und Peru, ein paar Jahre später nach Indien, Ost- und Südafrika und die USA. Wir reisen aber auch in die 1920er und 1930er Jahre. In Südamerika verfolgen wir Schicksale europäischer Auswander:innen, viele davon gescheiterte Existenzen. Aus Indien,...

Früher Tod, fehlender Lyrikband

Renia Spiegel, die Verfasserin des Tagebuchs schreibt im Jänner 1939: „Und schweigen wirst du, wie das mit dem verzauberten Schlüssel verschlossene Zauberbuch, das in einem Zauberschloss versteckt ist. Niemals verrätst du mich. Vielleicht werden es die kleinen blauen Buchstaben tun, die von Menschen erkannt werden.“ (S. 17) Jahrzehnte später wird...

Ilse Aichinger im Porträt

Im Jahr 2021 wäre Ilse Aichinger hundert Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass sind einige neue Publikationen zum Leben und Werk der Schriftstellerin erschienen, die mit ihrer knappen, auf große Genauigkeit wertlegenden Schreibweise zu den wichtigsten Stimmen der österreichischen Literatur nach 1945 zählt. Neben ihrem einzigen Roman Die größere Hoffnung,...