Verschlagwortet: Politik

Was ist Fakt? Und was Fiktion?

Präsidentschaftswahlen, der Klimawandel und die Corona-Pandemie: Verschwörungstheorien und Fake News sind nur ein Teil der Diskussion rund um das ‚Postfaktische‘. Im Angesicht eines weltweit erstarkenden Autoritarismus stellen die Beiträge Fragen nach Wissensproduktion, -verbreitung und Festschreibung. Entstanden aus einem Forschungsprojekt der Universität Lüneburg zeigen die Autorin*innen Brennpunkte auf der Skala zwischen...

„Kopftuch-Zwang“ steht nicht im Koran

Geschockt sei sie gewesen, als sie mit über 40 Jahren den Koran zu studieren begann. Neun Jahre arbeitet Fatma Akay-Türker, 1975 in der Türkei geboren, als islamische Religionslehrerin. An 17 verschiedenen Schulen in Wien. Kritische Fragen der Mädchen zu Kopftuch und Ungleichbehandlung rütteln sie auf. Bislang hatte sie selbst –...

Die Landesmutter und ihre leiblichen Kinder

Maria Theresia gebar sechzehn Kinder, sie war also insgesamt zwölf Jahre schwanger; zehn ihrer Kinder erreichten das Erwachsenenalter. Die damalige hohe Kindersterblichkeit erklärt wohl die vielen Geburten. Kinder waren wichtig zum Machterhalt und wurden so vor allem aus dynastischen Gründen verheiratet. Das erfolgreiche Motto der Habsburger: „Bella gerant alii, tu...

Es zählt die Gegenwart!

Die bekannte deutsche Autorin Esther Kinsky beweist in ihren philosophischen Gedankenspielen zum Begriff Hoffnung, wie fragil dieser ist. Zunächst reflektiert sie über die Zeit, als sie beim Jewish Refugee Comitee in London mit Recherchen im Auftrag von Angehörigen nach verschwundenen Verwandten beschäftigt ist und zeitgleich ihr Vater im Sterben liegt....

Sich selber treu bleiben!

In der vorliegenden Autobiografie der Feministin Erica Fischer resümiert diese offen über die wichtigsten Etappen ihres Lebens. Einschneidende Erlebnisse, wie die Emigration ihrer Eltern nach England und nach Kriegsende 1948 die Rückkehr nach Wien, die von der jüdischen Mutter an sich nicht gewünscht war, und der Freitod ihres durch die...

Ein Leben für den Verlag

Hanna Mittelstädt beschreibt in ihrem Buch die Geschichte des legendären Nautilusverlages, dessen Mitbegründerin sie war. Aus einem Kreis anarchistischer Aktivist:innen entstanden und ursprünglich gar nicht als Verlag konzipiert, begannen Anfang der 70er Jahre im Sog der revolutionären Aufbruchstimmung dieser Zeit Hanna Mittelstädt, Lutz Schulenburg und Pierre Gallissaieres, die zwölf Ausgaben...

Eine gleichberechtigte Frau!

Die von der schwedischen Autorin und Bühnenbildnerin Gunilla Palmstierna-Weiss 2013 veröffentlichten Lebenserinnerungen wurden nun von ihr für die erste deutsche Ausgabe überarbeitet. Einflussreiche schwedische Vorfahren ermöglichen der 1928 geborenen Künstlerin ein frühes, bildungsorientiertes Interesse in einer unwirtlichen Zeit. 1949 lernt sie den während des Nationalsozialismus nach Schweden emigrierten jüdischen Maler...

Ambivalente Gefühle

1976 lernen sich die beiden zehnjährigen Mädchen Anna und Maria in einer Schule in Athen kennen und werden beste Freundinnen. Anna kommt aus Paris, wo ihr intellektueller Vater lebt, nun lebt sie bei ihrer freakigen Mutter Antigoni. Marias Eltern sind konservativ. Ihr Vater war bei einem multinationalen Ölkonzern in Nigeria...

Schöne neue empathische Welt

Beim Empathietest bekommt man einen Helm aufgesetzt, einen Panikknopf in die Hand gedrückt und soll nur zusehen – gezeigt werden Filmsequenzen leidender Menschen. Bestehen kann man, indem man die richtigen Gehirnwellen aussendet; wer besteht, kann sich markieren lassen. Im Island der nahen Zukunft, in dem die Menschen die künstliche Intelligenz...

Anthologie

Genre – was ist das eigentlich? – und wo liegen die Grenzen zwischen ‚ernster‘, sprich kanonisierter Literatur, Unterhaltung und sogenanntem Schund? Wer bestimmt diese Wertigkeiten und wer profitiert davon? In dieser (nicht mehr ganz druckfrischen, aber immer noch aktuellen) Ausgabe unseres Lieblingsliteraturmagazins gehen die Autor:innen diesen und mehr Fragen nach...