Schlagwort: Politik

Ziehen wir die Finger aus dem Feuer!

Mehr als vierzig Jahre nach der Veröffentlichung in englischer Sprache erscheinen Texte der 1992 verstorbenen lesbischen Schwarzen Feministin und Aktivistin Audre Lorde. Viele Leser:innen kennen ihre beeindruckende Mythobiografie „Zamie“. In dem nun vorliegenden Band sind Vorträge, Interviews, Reiseberichte und Briefe von Lorde vereint, die zwischen 1984 und 1992 entstanden sind,...

Einfallsreicher Spiegel: Split 1936

„Träume und Kulissen“ betitelt Alida Bremer ihren Gesellschaftsroman, der die Lesenden ins Split des Jahres 1936 entführt – und zwar sehr sinnlich. Man meint die Gerüche aus den Küchen in der Nase zu haben und die Geschmäcker der beschriebenen lokalen Speisen auf der Zunge. Frauen sind es, die diese Sinnesfreuden...

Das scheinbar Unausweichliche begreifen

Endlich ist er erschienen, der neue Roman der israelischen Schriftstellerin Zeruya Shalev! Der eindringliche Titel verweist auf die thematische Essenz des an Lebensgeschichten, israelischer Zeitgeschichte sowie persönlichen, politischen und religiösen Betrachtungen und Bezügen reichen Buchs, geht es doch um die durchaus schicksalhafte Verstrickung der Biografien zweier Frauen, der Gebäuderestauratorin Atara...

Lyrik ist geschlechtslos. Kann sein. Nein.

Margaret Atwoods gesammelte Poesie unter dem Titel „Die Füchsin – Gedichte 1965-1995“ ist eine zweisprachige Ausgabe übersetzt von mehreren Autorinnen. Der Titel für diesen wuchtigen Sammelband hätte etwas mutiger klingen können (Im Original: „Feuer essen“), was sich folglich bestimmt positiv auf das ganze Buchdesign ausgewirkt hätte, das etwas altbacken daherkommt...

No means no

Das Einverständnis: politischer wie facettenreicher Begriff – das macht uns Fraisse in ihrem neuen Buch klar. Aufgrund der Tatsache, dass der Akt des Einwilligens nicht nur als eine Mischung aus Begehren und Willen zum intimsten Privatleben gehört, sondern – als gewichtiges Argument für das Tragen des Schleiers und den Beruf...

1000 gespaltene Grüße!

So endet der 30 Jahre lang bestehende Briefwechsel zwischen zwei unterschiedlichen Frauen, der Lyrikerin Sarah Kirsch und der Schriftstellerin Christa Wolf. Die Wende in der DDR dürfte die Zäsur in dem Verhältnis der beiden provoziert haben. Bevor 1977 Sarah Kirsch auf eigenen Wunsch in die BRD ausgebürgert wird, sehen sie...

Sich im Alter Familie sein

Vier Frauen um die 70 stehen in Susanne Scholls Roman im Mittelpunkt: Ella hat ihren geliebten Ehemann gepflegt, bis er friedlich gestorben ist; unterstützt wurde sie dabei von Rada, der rumänischen Pflegerin, deren eigenes Lebensglück mit dem Tod der Eltern und der Ausreise ihrer Lebensliebe zu enden scheint; Ellas Schwester...

Sexarbeiter*innenrechte sind Frauenrechte!

Das Denken vom Subjektstandpunkt aus, um das Erfahrungswissen der Sexarbeiter*innen sichtbar zu machen, ist wesentlich, um sie nicht einseitig für den hegemonialen Diskurs zu vereinnahmen. Der Sammelband schafft aus verschiedenen wissenschaftlichen Sichtweisen und Erfahrungen der Betroffenen ein heterogenes Bild der Sexarbeit, um diese einer einseitigen Analyse zu entziehen. Eine daraus...

Gender & Rechtsextremismus

Überfällig und stimmig ist dieses handliche Bändchen, in dem zahlreiche in diesem Feld höchst bewanderte Autor_innen über Rechtsextremismus aus geschlechterreflektierter Perspektive informieren. Die dabei immanente Bedeutung von als unverrückbar dargestellter komplementärer Zweigeschlechtlichkeit wird auf Basis zahlreicher österreichischer und deutscher Quellen nachgezeichnet sowie kontextualisiert. Die missbräuchliche und ins Gegenteil verkehrende Instrumentalisierung...

Gehen oder bleiben

Wir schreiben das Jahr 1989. Der Roman von Nadine Schneider führt uns in ein kleines Bauerndorf in der Nähe der serbischen Grenze. Das ganze Land steht unter der drückenden Herrschaft von Ceausescu. Das lässt auch die weit von Bukarest entfernt wohnenden Menschen absolut nicht unbeeinflusst. Die Protagonistin Anna lebt im...