Verschlagwortet: Gesellschaft

Weit mehr als Schwimmen

Wäre ich nicht selbst Schwimmerin, hätte ich vermutlich nicht zu diesem Buch gegriffen. Und ich hätte etwas verpasst. Denn Jaqueline Scheiber schreibt in Schwimmen/Schweben über weit mehr als den Wassersport. Sie schreibt über das eigene Körpergefühl, über Codes an Orten der Sportausübung, über das Entstehen von Routinen, über die gesellschaftliche...

Blick von unten

In ihrem vermutlich kurz vor dem 1. Weltkrieg entstandenen Roman beschreibt Else Feldmann das Leben im proletarischen Wien. Parteilich steht die – selbst in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene – Autorin und aktive Sozialistin an der Seite jener, die gesellschaftlich und politisch an den Rand gedrängt werden: Fabriksarbeiterinnen, deren Kinder oder Waisen...

Nicht reif für die Insel?

Die Geschichte beginnt mit dem Kadaver eines jungen Finnwals. Zwischen unzähligem Strandgut, Müll der Überflussgesellschaft, liegt er als verrottendes Symbol einer gescheiterten Welt am Strand der Insel Ebria. Und auf dieser Insel, das erfährt die Leserin schnell, ist alles anders. Aus der Perspektive verschiedener Protagonistinnen skizziert Lisa-Viktoria Niederberger in ihrem...

Smash partriarchy – und was kommt dann?

Anthropozän das war einmal, es ist sind die männlichen Funktionäre des Phallozäns, die die Menschen beherrschen und den Planeten zerstören. Und das so unverblümt und schamlos, dass der Bechdel-Wallace-Test das Unbehagen darüber längst nur noch verstärken kann. Gertraud Klemm führt umfassend alle Bereiche des menschlichen Lebens aus, in denen sich...

Marx verstehen!

Der vorliegende Band ist aus einem Podcast als Dialog zwischen Lea Rahman und Yannic Hollstein entstanden. Er setzt sich aus den drei Kapiteln „verstehen“, „kritisieren“ und „verändern“, zusammen. Es geht um die Klärung, warum die marxistische Theorie aus der Sicht der Dialogführenden weiterhin Gültigkeit besitzt. Um die Welt verändern zu...

Ab- und Aufbrüche

Der 1974 sowohl in der DDR als auch in der BRD erschienene Roman der DDR-Autorin Gerti Tetzner wurde neu aufgelegt. Die dreißigjährige Karen W., ausgebildete Juristin und Mutter einer achtjährigen Tochter, verlässt ihren intellektuellen Mann Peters in Leipzig, um sich an ihrem Geburtsort auf dem Land neu zu orientieren. Ihre...

Aller Anfang ist schwer – und ein Neuanfang umso mehr

Ein sicherer Ort ist der Folgeroman von That`s Life in Dystopia und spielt circa zehn Jahre nach einer Katastrophe, bei der ein Großteil der Menschheit das Leben verloren hat. Kleinere Gruppen haben auf der Welt verteilt überlebt und sind dabei, neue Gesellschaften zu etablieren. Die Vorstellung, Gesellschaften neu zu strukturieren...

Ordnung bedingt Unterordnung

Der zweite Roman von Monika Zeiner ist ein Familienroman über eine holzverarbeitende Unternehmerdynastie, beginnend im wilhelminischen Kaiserreich und endend in den 10er Jahren des 21. Jahrhunderts. Der eher erfolglose, eigensinnige Fernsehdrehbuchautor und enterbte älteste Sohn der Unternehmerfamilie Nikolas Finck kehrt zum 103. Geburtstag seines pflegebedürftigen Großvaters in die familiäre Villa...

Vom Geld und von der Liebe

Auf nach Paris! Delia gewinnt im Lotto und begibt sich mit ihrer besten Freundin Luise auf die Suche nach der wahren Liebe. Mit 39 fühlt sich Delia allerdings nicht mehr jung und bildhübsch… Unterwegs navigieren die beiden mit Vorsicht, Gewitztheit und Bravour durch Bekanntschaften und trotzen ihrer ‚Bildungslosigkeit’. Wiederum durch...

Das wird man wohl noch sagen dürfen!

Eine bunte illustre Gesellschaft unterschiedlichster Persönlichkeiten versammelt Natasha Brown in ihrem neuen Roman, der sich als bissige Gesellschaftssatire lesen lässt. Während der Covid Epidemie vertraut der unsympathische Investmentbanker Richard Spencer seinen Landsitz der populistischen antiwoken Kolumnistin Lenny an, die eine Nachbarin von ihm ist, damit sie sich aus dem städtischen...