Was tun, wenn es brennt

Die Journalistin Silke Makowski leistet mit ihrem Buch einen knappen historischen Überblick über die unterschiedlichen Rote-Hilfe-Kampagnen bei gesellschaftspolitisch relevanten Protesten und die Unterstützung der Roten Hilfe von Menschen, die von staatlicher Repression betroffenen waren oder/und sind. Seit über hundert Jahren gibt es verschiedenste Zusammenhänge von links, die sich mit Rechtshilfe, Spendensammlungen, Veranstaltungen und Informationsbroschüren gegen rechten oder staatlichen Terror organisieren. Insbesondere in den 1930er-Jahren wurde die Rote Hilfe Deutschlands (RHD) aktiv von Frauen unterstützt, da diese weniger im Blicklicht polizeilicher Ermittlungen standen und leichter ihre konspirative Arbeit in der Illegalität verfolgen konnten. Zum heutigen Geschlechterverhältnis gibt es im Buch keine Angaben. Erst durch die Studentenproteste der 1960er-Jahre entwickelten sich nach der Zerschlagung der Roten Hilfe im Nationalsozialismus erneut in West-Deutschland Rote-Hilfe-Initiativen, die von staatlicher Gewalt Betroffenen zur Seite stehen, aber auch punktuell bei Arbeitskämpfen aktiv werden. Parteipolitische Interventionen von kommunistischen oder maoistischen Gruppen sind in der Roten Hilfe mittlerweile eher marginal. Gefangenenbetreuung, Übernahme von Verfahrenskosten und Rechtshilfebroschüren zum Datenschutz oder zum §129 StGB (Gründung einer kriminellen Vereinigung) stehen in der heutigen Arbeit im Mittelpunkt. Die jeweiligen regionalen Vereine verfügen über viele spendende Mitglieder. Dennoch wird die zahlreiche Partizipation, wie sie in der Roten Hilfe der Weimarer Republik existierte, heute nicht mehr erreicht.
ML
Silke Makowski: Geschichte der Roten Hilfe. 133 Seiten, PapyRossa, Köln 2025, EUR 12,40