Alma M. Karlin

Alma M. Karlin erblickt 1889 im zweisprachigen Celje/Cilli (damals Steiermark, heute Slowenien) das Licht der Welt. Gegen die Widerstände ihrer ängstlichen Mutter lernt sie eine Vielzahl an Fremdsprachen, reist mit 18 erstmals allein nach London, nimmt bei Aufenthalten in Skandinavien Zeichen- und Malunterricht und erfüllt sich 1919 ihren langersehnten Wunsch: Sie begibt sich auf eine Weltreise. Ganz auf sich allein gestellt, bereist sie in den folgenden acht Jahren alle Kontinente, lernt weitere Sprachen und erforscht Gebräuche und Sitten verschiedenster Völker. Mit Unterrichten, Dolmetschen und dem Verfassen journalistischer und belletristischer Texte hält sich die Polyglotte gerade so über Wasser, oft ist sie auf die Gastfreundschaft einfacher Leute angewiesen, um zu überleben. Die vorliegende Biografie erzählt von den Erlebnissen der Globetrotterin, Auszüge aus ihrem (un-)veröffentlichten Werk geben Einblick in ihr Schreiben und einige Farbdrucke in der Mitte des Buches zeigen Fotos und Erstausgaben der Schriftstellerin. Die letzten Kapitel der Biografie zeugen nochmals von der Größe dieser Frau: Bereits zurück in Celje/Cilli wird Alma Karlin nach der Machtübernahme der Nazis als Antifaschistin verfolgt und flüchtet schließlich zu den slowenischen Partisan_innen, für die sie ermutigende Lieder und Gedichte verfasst. Jerneja Jezernik ist es gelungen, die spannende Lebensgeschichte der Alma M. Karlin historisch-kritisch zu kontextualisieren und damit hat sie eine sehr interessante Biografie dieser faszinierenden und leider fast vergessenen Schriftstellerin vorgelegt

ReS

Jerneja Jezernik: Alma M. Karlin – Mit Bubikopf und Schreibmaschine um die Welt. Eine Biografie über die Weltreisende, Polyglotte, Schriftstellerin und Antifaschistin Alma M. Karlin (1889-1950) aus Celje/Cilli, Slowenien. 198 Seiten, Drava Verlag, Klagenfurt/ Celovec 2020, EUR 21,00