Eine Jugend in Siebenbürgen

Zwei 14-jährige Jugendliche, Ella und Harriet, leben in Hermannstadt, dem Zentrum des Siedlungsgebietes der Siebenbürger Sachsen. Mit Ella, einem Mädchen, das in einer Großfamilie lebt, erleben wir die Zeit zwischen 1943 und 1944. Harriet ist ihre beste Freundin, lebt in einer großen Villa, ihr Vater ist Anwalt. Trotz der unterschiedlichen Einkommensverhältnisse und Klassenzugehörigkeiten verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft, die aufgrund der Verhältnisse nur kurze Zeit andauert.
Die idyllische Darstellung von Jugend, erster Liebe, Naturerlebnissen und Poesie lässt manchmal fragen, ob sich das Schlechte in der Welt durch Rückbesinnung auf traditionelle Werte kompensieren lässt. Familiäre Autoritäten, Ursula-Oma, die Väter, bleiben unhinterfragt. Es mag sein, dass in manchen Familien ein tiefes Einverständnis herrscht – trotz schwieriger äußerer Umstände. Das zu beurteilen liegt bei der Leserin*. Ellas Cousine, Daggi, sagt: „Die Hoffnung aufs Glücklichsein ist nichts anderes als das Glück selbst.“ bf
Iris Wolff: Leuchtende Schatten. Roman. 324 Seiten, Otto Müller Verlag, Salzburg-Wien 2015 EUR 21,00