Verschlagwortet: Erinnerungskultur

Welches Massaker?

Lara Haworths Debütroman Das Abschiedsmahl spielt in Belgrad, wo Olga Pavić die Nachricht erhält, dass ihr Wohnhaus beschlagnahmt werden soll, um dort eine Gedenkstätte zu errichten. Es soll an das Massaker erinnert werden – nur welches Massaker das sein soll, weiß niemand so genau. Olga beschließt, ihre nicht mehr in...

NS-Erinnerung in der Neuen Frauenbewegung

Sina Speits Monografie analysiert erinnerungskulturelle Aus-einandersetzungen der „Neuen Frauenbewegung“ in Deutschland zwischen 1968 und 1994. Anhand von Quellen wie feministischen Zeitschriften, Broschüren, Filmen und wissenschaftlichen Publikationen aus der historischen Frauenforschung untersucht Speit, wie Fragen nach NS-Täter*innenschaft, Widerstand und Opferperspektiven verhandelt wurden. Bereits im Umfeld der 68er-Bewegung hatten Feminist*innen begonnen, ihre...

Nazihintergrund versus Migrationshintergrund

Der deutsche Gesellschaftsvertrag der Nachkriegszeit geht von der erfolgreichen Aufarbeitung und Bewältigung von Faschismus, Holocaust und Antisemitismus aus. Esra Özyürek, Soziologin, Politikwissenschafterin und Anthropologin in Cambridge mit türkischen Wurzeln untersucht, welche Position muslimischen Migrant*innen in dieser Aufarbeitung und der damit verbundenen Erinnerungskultur zugewiesen wird. Die mangelnde Aufarbeitung von Antisemitismus und...

kaffee und kuchen verachten

Marie Rotkopf zerlegt obszön und direkt diese ganzen schönen Figuren, auf die Mann sich in der Kunstwelt geeinigt hat, Simone de Beauvoir, Christoph Schlingensief, Werner Herzog, Bourdieu, Foucault, Derrida, Baudrillard, Duchamp – mit einem Schlag ist Mann sich nicht mehr sicher, auf wieviel Halbwissen Mann selbst zurückgreift bei vielen dieser...