Schlagwort: Intersektionalität

Intersektionales Transitioning

Jayrôme Robinet erzählt in dieser sehr gut lesbaren, flüssig und fesselnd geschriebenen Sammlung autobiografischer Texte über die Alltagserlebnisse als Transmann in Berlin und bei seiner Familie in Frankreich. Die Welt der Männer ist sehr verwirrend, wenn einer weiblich sozialisiert ist: wie lange halten Männer Augenkontakt? Was ist zu kurz und...

Dreifache Abwertung

Die sorgfältig aufgebaute und gut lesbare Studie, die aus der Dissertation der Autorin hervorgegangen ist, nutzt in flexibler Weise das Konzept der Intersektionalität. Mithilfe von zwölf Interviews nähert sie sich der Frage an, wie die Kategorien Alter, Leben in der DDR bzw. Ostdeutschland, und Geschlecht die Selbstpositionierung älterer Frauen aus...

Queer mehrdimensional erklärt

2016 erschien eine Graphic Novel auf Englisch, um „Queer Theory“ auch außerhalb des Akademischen zugänglich zu machen und „Menschen in ihren Alltagsleben zu nützen“. Ein ambitioniertes Unterfangen, das in der nun vorliegenden deutschen Übersetzung durchwegs gelungen ist. Inhaltlich werden zahlreiche Vorläufer_innen und Theoretiker_innen der verschiedenen Ansätze vorgestellt, durch Aktivismen von...

Entwirren verwobener Machtverhältnisse

Ethnizität und Geschlecht werden im Migrationskontext eng miteinander verknüpft, doch wie kann das „strategische Geflecht“ in der Migrationsforschung entflochten werden? Wie kann Geschlechtergewalt innerhalb migrantischer Gemeinschaften thematisiert werden, ohne das stereotype Bild der Migrantin als hilfloses Opfer und jenes des gewalttätigen patriarchalen Migranten zu verstärken? Wie wird der Diskurs über...

Lehre & Gesellschaftsveränderung

Im Unterschied zu vielen anderen Texten der feministischen und antirassistischen Autorin bell hooks sind ihre Überlegungen zu Gestaltung des Lehrsettings, der Haltung von Lehrenden und ihren Inhalten, zu „Engaged Pedagogy“, eher unbekannt. Dazu kommt, dass wenig von hooks in deutscher Sprache zugänglich ist, wogegen Belinda Kazeem-Kaminski anschreibt. Sie geht in...

Inspirationen zur Intersektionalität  

Intersektionale Perspektiven verstehen soziale Kategorien als multidimensional und heterogen, sie problematisieren oft die Fassung mehrdimensionaler und verschränkter sozialer Konstellationen in eindimensionalen Begriffen. Dies bringt in empirischen Untersuchungen eine Komplexitätssteigerung mit sich, die Forscher_innen vor vielfältige Herausforderungen stellt, wenn sie systematisch eindimensionale bzw. additive Konzeptualisierungen sozialer Kategorien überwinden und das komplexe...

Informelle Pflege aus wissenschaftlicher Sicht

Rund 80% der Pflege und Betreuungsleistungen werden in Österreich im informellen Rahmen, also von Angehörigen, Bekannten, FreundInnen und Nachbarinnen erbracht. Das Buch befasst sich mit den herrschaftlich verfassten Rahmenbedingungen sowie vielfältigen Problemfeldern der Pflegenden und deckt damit auch Blindstellen sowohl in der Forschung als auch im real existierenden Unterstützungsangebot für...

Forschung für die Praxis

Es wird anhand der unterschiedlichen Forschungsstandpunkte und ihrer historischen Ableitungen in dem Einführungsband nachvollzogen, was unter Intersektionalität zu fassen ist. Die Autorinnen stellen weiters fest, dass diese nicht als additives Kategoriensystem verkürzt werden sollte, sondern dass die wechselseitige Beeinflussung der Kategorien „gender, class, race und body“ im Mittelpunkt steht. Ausgangspunkt...