Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Happy Abortions – Abortion on demand, without apology

Naturalisiertes Mutterglück als gesellschaftliche Norm, der Fötus als eigenständiges Subjekt, das sich mit der bildgebenden medizinischen Diagnostik verfestigt hat, patriarchal konditioniertes Scham- und Schuldgefühl zur Regulation des weiblichen Sexualverhaltens, Kontrolle des reproduktiven Körpers als weibliche Pflicht, Frauenkörper als Objekte der national gewünschten Nachkommenschaft: Erica Millar geht in ihrem Buch über...

Strukturelle Verstecke von Geschlecht

Kommt die Bedeutung von Geschlecht mit den handelnden Personen in Organisationen hinein oder sind Strukturen, Abläufe und dergleichen in Organisationen bereits von Geschlechtervorstellungen vorgeprägt? Nach einem informativen Rückblick auf Verbindungen und Getrenntheiten von Organisations- und Geschlechterforschung werden im vorliegenden Band der neo-institutionalistische Zugang dargestellt und davon ausgehend relevante Begriffe und...

Klare Worte zur Un-/Vereinbarkeit

Anette C. Cremer macht von der ersten Seite an klar, dass sie weiß, wovon sie spricht: Sie studierte und promovierte mit schließlich drei Kindern, und ist heute als Historikerin Akademische Rätin an der Uni Gießen. Die häufig eingemahnte Effizienz studierender oder forschender Eltern schlägt sich auch im Text nieder, in...

Der umstrittene Wert der Hausarbeit

Es geht in der historisch-soziologischen Studie um die Rekonstruktion der Prozesse der Regulierung und Institutionalisierung bezahlter Hausarbeit im Ländervergleich von Spanien und Uruguay. Angesichts der aktuell weltweit steigenden Anzahl von meist weiblichen Hausangestellten, deren Arbeit oft prekär, informell und schlecht bezahlt ist, sowie der Abfederung des Rückbaus des Wohlfahrtsstaats durch...

Auf nach Reims!

Das Buch beschäftigt sich mit Phänomenen wie „Klasse“, „Schicht“, „Milieu“ und so weiter, also mit soziologisch geprägten Begriffen, die sich auf freiwillige oder unfreiwillige Positionierungen innerhalb von Gesellschaft beziehen. Wenn es krasse Wechsel innerhalb sogenannter Milieus gibt, scheinen die Prägungen der Vergangenheit immer noch die Selbstwahrnehmung in der Gegenwart stark...

Rassismus als feministische Metapher

„Versklavung“, „kolonialisierte Körper“, „Befreiungskampf“: Auf Metaphern wie diese griff die Neue Frauenbewegung in den 1970er-Jahren sehr oft zurück. Feministische Politik suchte Entsprechungen zwischen Rassismus und Sexismus zu formulieren, Frauen* entwarfen Utopien von Freiheit in anti-imperialistischen Sprachfiguren. Mehrheitlich ging (und geht) damit nicht unbedingt ein reflektiertes Verhältnis zu Kolonialismus einher, und...

Subjektgenese durch Verlust

Feministische Theorie und Psycho­analyse sollen in diesem Buch mitsamt ihrer wechselhaften Geschichte neu zusammengedacht werden. Die AutorInnen versuchen eine Rückkehr zu Freud in einer zeitgenössischen Auseinandersetzung. Anhand dieser stellen sie fest, dass mit dem Prozess der Vergeschlechtlichung – der gleichzeitig ein Prozess der Subjektwerdung ist – immer eine Verlusterfahrung einhergeht....

Eine Pionierin der Gleichbehandlung

Mehr als 27 Jahre lang war Ingrid Nikolay-Leitner die erste Anwältin für Gleichbehandlungsfragen in Österreich. Zu ihrem Pensionsantritt im April 2018 wurde sie mit einer Festschrift geehrt. Rund 40 Beiträge unterschiedlichster Persönlichkeiten, darunter einige ehemalige Ministerinnen, gewähren persönliche Einblicke in die Zusammenarbeit mit Ingrid Nikolay-Leitner und berichten über die herausragende...

Das Geschlecht der Menschenrechte

Diskussionen zu Geschichte und Bedeutung von Menschenrechten erfreuen sich aktuell beträchtlicher wissenschaftlicher Aufmerksamkeit. Wie in vielen anderen Bereichen findet die Kategorie Geschlecht allerdings zu wenig Beachtung. Dieser Geschlechterblindheit der Historiografie stellt sich der vorliegende Sammelband entgegen. Welche Rolle spielten Menschenrechte in Auseinandersetzungen um die Rechte von Frauen? Wann und wo...