Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Veränderte Unis – veränderte Karrieren?

Der Einzug markt- und wettbewerbsbezogener Organisationsinstrumente in Universitäten verändert diese seit einigen Jahren. Im vorliegenden Sammelband wird nachgefragt, wie dies auf akademische Geschlechterarrangements und Geschlechterforschung Einfluss nimmt. So wird der Exzellenzbegriff auf seine geschlechtertheoretischen Implikationen hin untersucht und im Kontext von Gleichstellungsinitiativen und Bewerbungskriterien verortet; britische und österreichische Wissenschaftler*innen wurden...

Häusliche Pflegearbeit in Italien

In Italien ist das „Migrantin in der Familie“-Modell der häuslichen Pflege äußerst weit verbreitet. Luisa Talamini fragt in ihrem Buch, warum – warum pflegen vor allem Frauen*, warum zu Hause und warum Migrant*innen? Eine Stärke der Arbeit liegt darin, in einer kritischen Betrachtung der Familie als zentrale Instanz das Dilemma...

Tatsächliche Transformationen? 

„Wir wollen die Zukunft nicht einfach als eine Fortschreibung vergangener ‚neopatriarchaler’ Verhältnisse fortschreiben und uns vor allem an den erodierenden vergangenen Ungleichheiten orientieren.“ (Einleitung) Aber ist es nicht so, dass zwischen Vergangenheit und Zukunft doch die Gegenwart liegt, die sehr wohl als Neopatriarchalismus bezeichnet werden kann, der nicht einfach ‚fortzuschreiben’...

Wie verletzend können Worte sein? 

Gegen die sehr real wirksame Brutalität von Mord- und Vergewaltigungsdrohungen sowie manipulierten Bildern, die Mädchen* und Frauen* als Opfer von Übergriffen zeigen und sie damit einschüchtern wollen, wirken die Gender Media Studies manchmal zu sanft, zu wenig auf den Bedarf nach klaren politischen Interventionen verweisend. Dennoch ist es ergiebig zu...

Disziplinierungsrituale

Nach Ansicht von Frevert werden Demütigungen und Beschämungen trotz eines heute international stärker beachteten Menschenrechtskatalogs gesellschaftlich weiterhin praktiziert. Während früher staatliche Repressionsorgane „angebliches Fehlverhalten“ mit einer öffentlichen Zurschaustellung ahndeten, sind es aktuell verstärkt die sozialen Medien mit ihrem unerhörten Verbreitungsgrad, die Individuen oder gesellschaftliche Gruppen an einen symbolischen Pranger stellen...

Berichte aus dem Kriegsgebiet

Von Stadt zu Stadt begleiten die LeserInnen die Journalistin Janine di Giovanni durch ein Syrien in unterschiedlichen Stadien der kriegerischen Auseinandersetzungen im Jahr 2012. Während mehrerer Reisen trifft die Autorin auf KämpferInnen, politische AktivistInnen und ZivilistInnen verschiedenster Seiten und zeichnet ein verwirrendes, grauenhaftes und ausweglos scheinendes Bild eines Gebietes, in...

Bedingungslose Solidarität 

Ausgangspunkt im gemeinsamen Vorwort der beiden Autorinnen ist das Thema Gerechtigkeit und zwar in einem zunächst ganz praktischen Sinne. Die Prämisse, wo soziale Gerechtigkeit herrsche, dort könne auch ein befriedigendes Zusammenleben sich entfalten, bildet eine argumentativ überzeugende Basis. Die aktuelle Situation der wachsenden sozialen Ungleichheit gefährdet demokratische Prozesse nicht nur...

alt + Frau*=?

Altwerden unter neoliberalen Bedingungen, als Frau, als Prekarisierte, als schwuler Mann. Was bedeutet Ruhestand in einer Leistungsgesellschaft, die sich selbst „Aktivgesellschaft“ nennt, in der nach der Krise 2008 Prekarisierung zur Norm wird? Ein weißer Mann in seinen besten Jahren, in den Jahren seiner Erwerbstätigkeit, ist weiterhin das (Lebens)Modell, das implizit...

Familienanalyse in Geschlechterperspektive

Cornelia Helfferich legt mit diesem Band ein beachtliches Grundlagenwerk der Familiensoziologie vor. Bourdieus Habituskonzept wird als theoretische Grundlage zu geschlechtlicher und individueller Situierung in der Sozialisation herangezogen. Genderforschung und Familiensoziologie werden in den Entwicklungsschritten von Individualisation, Partnerschaft und Familiengründung konsequent zusammengedacht und mit empirischen Studien unterlegt. Die Autorin schreibt im...

Grauen im Herzen der Demokratie

Der Band vereinigt Aufsätze der Kulturwissenschaftlerin Gabriele Dietze aus dem letzten Jahrzehnt, ergänzt um eine Einleitung, die zentrale Themen zusammenspannt, inhaltlich jedoch nur begrenzt Neues bringt. Die Themen des Buches: Islamfeindlichkeit als rassistische Geschlechterpolitik im Zentrum der Demokratie („Köln“); die Armut der Anderen als der neue Feind des Westens (anstelle...