Lola Montez – entgegen allen Konventionen

Von der Tochter eines britischen Offiziers zur spanischen Tänzerin und Geliebten des Königs bis schließlich zu einer emanzipierten Frau bewegt sich die Geschichte der sagenumwobenen Lola Montez, geborene Eliza Gilbert. Als junges Mädchen wird Eliza Gilbert für eine gute britische Erziehung von Indien nach Großbritannien geschickt. Nach einer frühen Heirat endet diese Ehe unglücklich und Eliza ist mittellos. Sie entschließt sich Tänzerin zu werden. In Spanien absolviert sie eine Tanzausbildung und wechselt ihre Identität. Sie wird zu der später berühmt-berüchtigten Maria de los Dolores Porrys y Montez, kurz Lola Montez. Nach mehreren Skandalen, die ihre Reputation in England zerstören, begibt sie sich auf eine Tour quer durch Europa und landet im bayrischen München, wo sie mit König Ludwig I. bekannt wird und mit ihm eine Affäre eingeht, welche größere Auswirkungen hat, als ursprünglich anzunehmen war. 1848 wird nach vielfachen Skandalen und mehreren Aufständen Ludwig I. abgesetzt und Lola Montez aus München vertrieben. Durch die Einbeziehung der Tagebücher Ludwig I. wird ein neuer Blick auf deren Beziehung geworfen. Lolas Flucht führt in die USA, wo sie sich erneut als Tänzerin, jedoch auch als Schauspielerin und Autorin einen Namen macht. Bis heute bleibt das Leben der Lola Montez faszinierend und wird vielfach in Theatern, Operetten oder Filmen aufgeführt. Die damals vorherrschenden Geschlechterverhältnisse werden in der Biografie sehr gut nachvollziehbar.

Luzia Neufang

Marita Krauss: Ich habe dem starken Geschlecht überall den Fehdehandschuh hingeworfen. Das Leben der Lola Montez. 343 Seiten, Verlag C. H. Beck, München 2020 EUR 24,90