Verschlagwortet: Kolonialismus

Ulaya mzungu: Europäisches Weiß

Die Erzählung beginnt mit dem Rückflug von Sansibar nach Amsterdam. Die Autorin ist eine Reisende und hat Sansibar vor ein paar Jahren für sich entdeckt. Zurück in Europa und wieder in der kalten Wiener Wohnung wirft Karin Ivancsics einen sehnsuchtsvollen Blick zurück auf ihre zahlreichen Begegnungen mit Sansibari und Leuten,...

Was ist Heimat?

1959 ist Nasrin Siege acht Jahre alt. Ihr Vater entscheidet sich, mit der Familie aus dem vom Schah regierten, repressiven Iran nach Deutschland zu gehen, um in einer Demokratie zu leben. Schnell erlernt Nasrin die deutsche Sprache, aber sie spürt auch den ihr entgegengebrachten Rassismus aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes. Mit...

Was tun mit all dem Nichts?

Einer 62-jährigen Schauspielerin fallen plötzlich sämtliche Haare aus. Sie weiß nicht, ob das ein Zeichen ihres körperlichen Verfalls oder Symptom einer Krankheit ist. In jedem Fall ist ihre berufliche Existenz gefährdet. Denn ohne Haare kann sie die Rolle der „liebenden Mutter des französischen Königs“ nicht mehr spielen, in der sie...

Freundschaft oder Liebe?

Wer gern einmal einen literarischen Blick in das Herz von London unternehmen möchte, wird mit dem zweiten Roman der irischen Autorin Christine Dwyer Hickey eine Freude haben. Die aus Dublin stammende schwangere 18-jährige Milly landet in einem Pub und lernt dort 1979 den Iren Pip kennen, dem eine großartige Boxerkarriere...

Das Labyrinth

Einen nicht beachteten Blickwinkel auf Algerien öffnet die Autorin Yasmina Liassine, die als Mathematikerin in Frankreich lebt und Tochter eines algerischen Vaters und einer französischen Mutter ist. Die Beziehung ihrer Eltern begann mitten im algerischen Widerstand gegen das französische Kolonialregime. Die Familie zog mit Enthusiasmus in das neue unabhängige Algerien,...

Salzig wie Dörrfleisch

Erzähler ist der Stausee Akkajaura im Westen Schwedens, seine Stimme wird von der Erzählung von drei Frauen – Mutter, Schwester und Tochter – im Schweden der 1940er Jahre unterbrochen. Sie gehören der Minderheit der Samen an, die länderübergreifend in Norwegen, Schweden, Finnland und Russland leben. Die 1940er Jahre waren eine...

Popkulturelle Zeitreise zu Kolonialismus

In ihrem neuen Roman nimmt Mithu Sanyal die Lesenden wieder mit auf einen unterhaltsamen Identitätsdiskurs. Während in Identitti die eigene Identitätsdefinition stärker im Fokus stand, ist in Antichristie das Umfeld prägender. Der Roman spielt in zwei Londoner Zeitebenen: 2022 und im frühen 20. Jahrhundert. Die Hauptfigur in beiden Zeitebenen ist...

Schreiben als Widerstand gegen Kolonialismus

„Meine Mutter hielt mehr davon zu kämpfen als zu weinen (…)“ – so endet das berührende Porträt der Tochter von Suzanne Césaire über ihre feministische, für Gerechtigkeit und Freiheit kämpfende Mutter in der vorliegenden Zusammenstellung ihrer erstmals auf Deutsch erschienenen Texte. Suzanne Césaire verfasste literarisch- poetische und gleichzeitig politisch-revolutionäre Essays...

Lost in Translation

Die Arbeit der Übersetzerin kommt in der englischen Berufsbezeichnung besser heraus: ‚the interpreter‘. Worte wollen also nicht nur übersetzt, sondern interpretiert werden. Auch die Stimmung, mögliche Anspielungen, am besten die gesamte Persönlichkeit soll greifbar und verständlich werden. Die Protagonistin in Katie Kitamuras Roman erfährt dies mit voller Wucht, als sie...

Über die Wichtigkeit von Communities

Dass auch Soziale Arbeit eingeschrieben ist in Kolonialismus und den ehemaligen Kolonien Subsahara-Afrikas von außen bzw. oben aufoktroyiert wurde, hat bislang wenig Eingang gefunden in die (sozialarbeits-)wissenschaftliche Auseinandersetzung im Globalen Norden. Genauso wenig wurden in der (deutschsprachigen) Academia praktische Beispiele erforscht, die dem entgegen auf eine das lokale Wissen und...