Kategorie: Belletristik

Aussageverweigerung 

Bereits 1976 erstmalig erschienen, hat diese Autobiografie nicht an Aktualität verloren, da sie Einsicht in ein gesellschaftliches Überwachungssystem vermittelt. Wenn es um die staatliche Kontrolle Intellektueller geht, kann die Periode der Mc-Carthy Ära in den 1950er Jahren der USA nicht ausgespart bleiben. Eindrucksvoll berichtet die amerikanische Bühnen- und Filmautorin Hellman,...

S. de Beauvoir: Role Model und Reibebaum 

Immer seltener gelesen, aber immer noch als Ikone des Feminismus bekannt ist Simone de Beauvoir. Deren Leben, Werk und Rezeption hat Ingrid Galster erneut ein Buch gewidmet, das Widersprüche und Faszination rund um die vielleicht berühmteste französische Intellektuelle ausleuchtet. Die Romanistin führt unterschiedlichste Stränge des Schreibens von Beauvoir selbst mit...

Blixen im Kleinformat 

Als junge Frau konnte Tania (Karen) Blixen es kaum erwarten aus Dänemark wegzukommen. Sie träumte von Afrika und fand in  Kenia eine Heimat, in der sie aus ökonomischen und gesundheitlichen Gründen aber nicht bleiben konnte. Die Rückkehr nach Dänemark, genauer gesagt auf das Familienanwesen Rungstedlund nördlich von Kopenhagen an der...

Auf der Suche nach der Wahrheit 

Germaine Tillion war eine französische Intellektuelle, deren Leben eng verknüpft mit der Geschichte Frankreichs, Deutschlands und Algeriens des 20. Jahrhunderts war. Der Band versammelt autobiografische Schriften aus den verschiedenen Stationen ihres Lebens. Nach Forschungsaufenthalten in Algerien in den 1930er Jahren, schließt sie sich aus „zärtlicher Liebe zum Vaterland“ in Paris...

Amandla 

Wie bereits in ihrem Bestsellerroman „Heimschwimmen“ (2013) und ihren Kurzgeschichten schafft es die englische Autorin auch in ihrer kurzen Autobiografie mit einfühlsamen Metaphern eine atmosphärische Stimmung zu erzeugen. Auf einer Reise nach Palma de Mallorca sucht sie nach den Spuren ihrer Kindheit, indem sie ein vormaliges Kindermädchen, welches nun Pensionsbesitzerin...

Fuck the boundaries

Liebe ist der Plan fasst 18 Erzählungen Alice B. Sheldons aus den 1960er Jahren zusammen, die unter dem Pseudonym James Tipree Jr. erstmals erschienen. Obwohl als zweiter Band der siebenteiligen Werkausgabe von Tiptrees Erzählungen konzipiert, erscheint dieser Band als letztes der Reihe – und dies wohl nicht ohne Grund. Selbst...

Anruf von „Jerry“

Joanna Rakoff hat mit „Lieber Mr. Salinger“ einen flotten Coming-of-Age-Roman geschrieben, für den sie reichlich aus ihren eigenen Erfahrungen schöpft. Als junge Studienabsolventin, die sich eben gegen ein Doktoratsstudium in Literaturwissenschaft entschieden hat, kommt sie Mitte der 1990er Jahre von einem längeren Aufenthalt in Großbritannien nach New York, um einen...

Sex, nerds and archeology

Quasi als Nachtrag zur großen Menge an finnischen Neuerscheinungen anlässlich der vorjährigen Frankfurter Buchmesse erreichte auch noch Miina Supinens Roman „Drei ist keiner zu viel“ die Redaktion. Zwei Erzählperspektiven wechseln einander darin ab: die in der dritten Person gehaltene Perspektive, in der wir die Archäologiestudentin Stella und ihre Sandkastenliebe und...

Neuanfang

Berlin 1945. Die Autorin Hedwig Lohmann – hungrig und krank – macht sich auf den Weg aus der zerstörten Stadt zu einem Kloster, in dem ihre beste Freundin lebt. Sie ist auf der Suche. Auch auf der Suche nach Vergebung, denn sie hat es zugelassen, dass ihre halbjüdische Tochter deportiert...

Und sie schrien. Und sie liefen.

Wien Fünfhaus. Die Nase haben sie noch kaum aus der Volksschule gesteckt, doch allesamt bereits ein Ordentliches zu viel an Erwachsenenwelt erlebt. Sexarbeit ist ein Begriff, den Pamela an den Striemen und blauen Flecken am Körper der Mutter begreifen lernt. Depression bedeutet für Kevin eine Mutter, die tagelang bewegungslos vor...