Verschlagwortet: Familiengeschichte

Das Labyrinth

Einen nicht beachteten Blickwinkel auf Algerien öffnet die Autorin Yasmina Liassine, die als Mathematikerin in Frankreich lebt und Tochter eines algerischen Vaters und einer französischen Mutter ist. Die Beziehung ihrer Eltern begann mitten im algerischen Widerstand gegen das französische Kolonialregime. Die Familie zog mit Enthusiasmus in das neue unabhängige Algerien,...

Herrinnen des Mondes und der Wüste

Vorweg gesagt: Um den Roman besser genießen zu können, sollte frau sich über die Geschichte des Omans informieren oder zumindest das aufschlussreiche Nachwort von Claudia Ott vorab lesen. Die Geschichte der Schwestern Mayya, Asma und Chaula, sowie ihrer Großfamilie, einschließlich der Sklav:innen, ist auch die Geschichte des Omans im 20....

Wiederholungen oder: Wie ist Ausbrechen möglich?

Anna Maschiks Debütroman beginnt mit dem heimlichen Töten der Schafe während des zweiten Weltkriegs und endet mit der Verwandlung der toten Mutter in einen Zitronenbaum. Über ein Jahrhundert hinweg folgen wir vier Frauen einer Familie, vier Generationen, die stets versuchen, alles anders zu machen, und sich dann doch immer in...

Interpretationen der Liebe

Über Fähigkeiten und Hürden im Umgang mit der Liebe weiß Jane Campbell viel zu berichten. Ihre drei Protagonist*innen sind alle psychologisch geschult, um das Liebesleben anderer zu analysieren, kämpfen jedoch in ihrem eigenen Leben damit, emotionale Themen zu kommunizieren. Wie in einem Kammerspiel verdichten sich Dynamiken rund um Familiengeheimnisse, Versäumnisse...

Auf der Suche nach dem verlorenen Bild

Das Pfauengemälde, ein Erbstück des Vaters, führt Ana von Berlin nach Bukarest und das Dorf ihrer Vorfahr*innen. Der in Rumänien lebende Teil der Familie hat nach jahrzehntelangen Prozessen das Haus und das Bild zurückbekommen. Beides war ihnen durch die Enteignungen des Sozialismus genommen worden. Ana möchte das Bild eigentlich nur...

Unbeständigkeit

Die 1980er Jahre in Philadelphia. Nach einer gescheiterten Ehe findet sich Ava verzweifelt und angewidert vom paternalistischen Gehabe der Sozialarbeiterin, dem zudringlichen Security-Mann und den abgenutzten Räumen in einem Mutter-Kind-Heim in Philadelphia wieder. Die Suche nach einem Ausweg gelingt, sie begegnet dem Vater ihres Sohns wieder, Aktivist der Black-Panther-Bewegung. Die...

Mitläufer*innen und Parteimitglieder*

Emma Prochaszka ist geschieden, Kärntnerin, hat vier Kinder und arbeitet im Jahr 1940 schon seit einiger Zeit als Köchin in einem großen Hotel in Davos, das sich seit 1933 zu einer Nazi-Hochburg entwickelt hat. Emmas Kinder leben verteilt in Österreich bei Verwandten und bei den Großeltern in Brünn, Angehörigen der...

Wem gehört die Schoah?

Geertje ist nichtjüdische Jüdin. Ihre zum Katholizismus konvertierte Familie überlebte den Holocaust versteckt in Belgien. Über die Zeit vor und nach deren Flucht aus Wien wird nicht geredet. Umso mehr interessiert sich Geertje dafür. Das geheime Familienarchiv zieht sie unwiderstehlich an. Sie will ihre Herkunft genau kennen, um selbst entscheiden...

Geschichte/n hinter Traumata

Maya Lasker-Wallfisch ist die Tochter der jüdischen Shoah-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch, die als Cellistin des Au­schwitzer Frauenorchesters, die Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen überlebte. Maya Lasker-Wallfisch beginnt zu schreiben, gegen die Wortlosigkeit und das Schweigen, das sie Zeit ihres Lebens als Kind und Jugendliche begleitete. Sie erzählt ihren Großeltern – von den...

Abrechnung mit dem Mythos Kalifornien

Kalifornien zwischen den Jahren 1766 und 2001: Ersteres das Geburtsjahr der Ur-ur-ur-ur-ur Großmutter Elisabeth Scott, einer der ersten SiedlerInnen Kaliforniens, zweiteres das Sterbejahr der Mutter (Eduene Jerrett Didion) der Autorin. In diesem Zeitrahmen zeigt Joan Didion die Entwicklung Kaliforniens und fügt sanft ihre eigene Familiengeschichte ein, wobei sie auch prominente...