Kategorie: Aktuelle Ausgabe
Die Autorin Yen Min-Ru hat für ihr Buch Im Zeichen der Jadeblüte einen renommierten Buchpreis in Taiwan gewonnen. Auch die deutsche Übersetzung – von Martina Hasse – ist eine Empfehlung. Bereits in den ersten Zeilen werden die Leser:innen in eine detailliert beschriebene Welt eingeladen. Die Geschichte dreht sich um drei...
Der Schmerz einer Frau, die nicht sein darf Die Neuauflage des 1979 erstmals erschienenen Romans der surinamischen Autorin nimmt keine Rücksicht auf uns Leserinnen. Der Versuch, mit den Orten und den vielen herausfordernden Beziehungskonstellationen, in denen sich die Protagonistin Nunka befindet, sei es mit ihrem Mann, ihrer Mutter oder ihren...
Im Debüt von Maya Binyam berichtet ein namenloser Ich-Erzähler von seiner ungewollten Reise in sein namenloses afrikanisches Herkunftsland. Seltsam unbeteiligt, aber mit subtilem Witz, erfahren wir von der Flugreise aus den USA bis zum Ziel der Reise, einem entlegenen Dorf in der Bergregion des namenlosen Landes, in dem der vermeintlich...
Toni ist die Besitzerin der Gärtnerei und Blumenhandlung Schubert am Wiener Rosenhügel. Als sie einen Stammkunden, den Gartenbuchautor Gerd Dehmann, aufsucht, findet sie ihn sterbend neben einer Rose. Toni kann gar nicht anders, als sich in die Ermittlungen einzumischen, immerhin geraten einige ihrer Angestellten und Familienmitglieder nicht nur in Gefahr,...
Zwei Frauen, eine in Berlin und eine in Wien, verschwinden und tauchen nach drei Wochen wieder auf. Beide sind sehr verstört und glauben, dass sie jeweils nur zwei Tage verschwunden waren. Da die entführten Frauen von identischen Erinnerungen und Erfahrungen erzählen, wird in Wien die Erinnerungsforscherin Lea Goldberg und in...
Die bereits mit 39 Jahren verstorbene Brigitte Reimann ist innerhalb der Literaturszene der DDR eine der interessantesten Autorinnen, da sie bereits in den 1950er Jahre feministische Themen progressiv in ihren Texten verarbeitete. Bei den nun erstveröffentlichten Erzählungen aus ihrem Frühwerk geht es um die Brisanz einer ungewollten Schwangerschaft einer Schülerin,...
Die zehn übersetzten Stories stellen eine US-amerikanische Autorin vor, deren literarisches Schaffen um die Jahrhundertwende begann und in den späten 1920er-Jahren (v.a. auch mit Theaterstücken) seinen Höhepunkt erreichte. In den 50er-Jahren, nach ihrem Tod, wurde Susan Glaspell jedoch links liegen gelassen, wie ihr Übersetzer Henning Bochert in seinem Nachwort anmerkt....
Extrem verdichtet weisen die Texte von Petra Ganglbauer auf eine Patt-Situation hin, in die Menschen die Erde mit ihrer Fokussierung auf Gewinn und Ausbeutung gebracht haben. Die entstehenden fragmentarischen Bilder füllen sich durch Assoziationen mit unterschiedlichen Katastrophenszenarien, von der Verwüstung durch Abholzung und Brände, Tiefenbohrungen in das Herz der Erde...
Mariam Meetra drückt mit ihren Gedichten die Sehnsucht nach einem Ort – konkret Kabul aus, das in dieser Form nicht mehr bzw. nur mehr in Erinnerungen existiert. Themen wie Krieg und Flucht finden ebenso Raum und wechseln sich mit friedvollen Kindheitserinnerungen ab. Ihre Sprache schwankt zwischen gefühlvollen Sätzen, die Gefahr...
Sprache ist Klang, ist Rhythmus, ist sinnlich. Bis in die letzten Ränge der Wirklichkeit sollen sich die eindringlichen Worte von Lisette Lombé nach ihrem Wunsch verbreiten: Zu denen, die ausgelassen werden, die unsichtbar sind, die sich zwischen den Zeilen verstecken. Alle sollen angesprochen sein, wenn sich die brennende Wut des...