Autorin: m l

Familienaufstellung

Im Frühling 1946 begegnen sich Aurora und Modesto am Bahnhof von Florenz und verlieben sich ineinander. Ende der fünfziger Jahre ist aus den beiden ein kinderloses Ehepaar geworden, das dem monotonen Alltag mit Liebesaffären zu entfliehen versucht. Ein anonymer Brief an Modesto bringt diesen derart aus der Fassung, dass er...

Schlachtfeld der Supermächte

‚Der vergessene Krieg‘, so wird der von 1950–53 auf brutalste Weise geführte Kampf um Korea häufig genannt. Er war einer der schlimmsten Stellvertreterkriege, eine Auseinandersetzung der ‚Großmächte‘ USA und Sowjetunion, jeweils inklusive Verbündeter, auf fremden Boden. In ihrem Roman zeichnet Maiken Nielsen die Geschehnisse aus der Perspektive einer Kriegsreporterin, Eleanor...

Vietnamesische Familiengeheimnisse

Als Kiều eine Facebook-Nachricht von ihrem Onkel aus den USA erhält, in der sie und ihre Familie eingeladen werden, gemeinsam das Testament ihrer kürzlich verstorbenen Großmutter zu besprechen, fängt die Dreißigjährige an, sich näher mit ihrer Familiengeschichte zu beschäftigen. Kiềus Eltern, beide um das Jahr 1968 aus Vietnam nach Deutschland...

Ein queerer Papierdrachen

Nasse Geschichten, die aus abgrundtiefen Löchern gespuckt, vergangene Schatten in die Gegenwart holen. Eine Reise in den Reichtum der Vergleiche. Fische werden zu Töchtern, Zehen zu Erdnüssen und Papierdrachen schlitzen den Himmel auf. Ein avantgardistischer Familienroman, geschrieben aus der Sicht einer jungen Protagonistin. Die Autorin verflicht ihre taiwanesischen Wurzeln mit...

Die Metamorphosen der Schmetterlinge

Maria Sybilla Merian lebte rund um 1700, sie war Naturwissenschafterin, Malerin und Unternehmerin. Berühmt wurde sie für ihre wunderschön gemalten Bücher über Insekten und Pflanzen. Ihr großer Traum war es, ins ferne Surinam zu reisen, um dort die Insektenwelt zu studieren. Zunächst trennte sie sich von ihrem Ehemann und zog...

Stiller Terror

Dieser aus dem Französischen lebendig ins Deutsche übersetzte Roman war eigentlich als Theaterstück gedacht. Er schwankt zwischen depressiv und explosiv und ist streckenweise auch satirisch bis ironisch witzig. Es geht um eine Vorarbeiterin und Gewerkschafterin und gleichzeitig absolute Vertraute des Chefs. Sie wurde von ihrem Mann verlassen und irgendwie ist...

Das Trauma überwinden

Die in Ostberlin aufgewachsene Jüdin Nike, studierte Judaistin, geht für ein Jahr nach Tel Aviv, um dort eine Konferenz über Juden in Deutschland nach 1945 vorzubereiten. Sie möchte damit dem gleichförmigen Funktionieren entkommen, das ihr schon lang als Überlebensstrategie nach einer gewalttätigen Beziehung dient. Zugleich will sie nach Israel, um...

Literatur und die Macht der Erinnerung

Die Ich-Erzählerin, eine Schriftstellerin, versetzt uns in ein beklemmendes Szenario: sie wird von einer nicht definierbaren Person aufgefordert, Bericht zu erstatten. Sie soll wöchentlich eine akustische Reportage schicken, dem eigenen Rhythmus folgend erzählen und die Stimmen der anderen dokumentieren. Anlass dieses Arrangements ist ein Umsturz, die schrittweise Etablierung einer faschistischen...

Alles hättest du haben können

Anna Herzig zeigt in ihrem Roman Die dritte Hälfte eines Lebens eine Dorfgemeinschaft, die in der österreichischen Literatur oft beschrieben wurde. Es gibt die erbarmungslose, kollektive ‚Erinnerungsmaschine‘, die weder vergisst noch verzeiht und jemanden wie Seppi oder El-Kah-Ih zu Außenseiter_innen macht, divers ist nämlich höchstens die Obst- und Gemüseecke. Alles...

Schmerzhafte Verbindung

„Zu behaupten, ich hätte mich niemals über das Leid meiner Mutter gefreut, wäre eine glatte Lüge“. So beginnt Bitterer Zucker von Avni Doshi. Das Erstlingswerk der Autorin widmet sich auf schonungslose Art einer schwierigen Mutter-Tochter Beziehung: Antara ist verheiratet, Mitte 30 und Künstlerin. Ihre Mutter Tara hat eine bewegte Vergangenheit...