Autor: m l

Gräueltaten im Krieg!

Nach ihren letzten drei Romanen hat die bekannte italienische Autorin Francesca Melandri nun einen Essay über den Krieg in der Ukraine geschrieben. Im Zwiegespräch mit ihrem verstorbenen Vater, der 1943 als italienischer Soldat mit seiner Einheit in der damaligen Sowjetunion vor deren Truppen flüchtete, versucht sie, den seit Februar 2022...

Über die Notwendigkeit zu schreiben

Die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Nava Ebrahimi gibt in ihrer Veröffentlichung der Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens, die unter anderen ihre breit diskutierte Rede zur Wiedereröffnung des Burgtheaters 2021 enthält, Einblicke in ihr Werk und ihre Beziehung zum Schreiben. Das kurze Buch ist gut zu lesen und ist eine leichte Einstiegslektüre zu...

Immer gut für eine Überraschung

Monika Helfer hat es geschafft, in sechzehn Szenen ein großes Spektrum an Familiengeschehen zu beschreiben. In einfachen, prägnanten Sätzen lässt sie die Leser*innen teilhaben an den beschriebenen Szenen. Wir sehen nicht erwartete Wendungen, Entscheidungen, Liebe, aber auch Gleichgültigkeit. Vier Wege, eine Familie zu gründen, vier Wege, die Familie zu verlassen,...

Einfach weg von Stereotypen

Shila Behjat ist eine gut ausgebildete, karriereorientierte, westlich-demokratisch erzogene Feministin mit deutsch-iranischem Hintergrund. Als Journalistin setzt sie sich für Gleichstellungsfragen in der EU und international ein. Bejahts Vater ist Angehöriger einer verfolgten Minderheit im Iran, bei der die gleichberechtigte Bildung von Mädchen normal ist. Durch seine Schwierigkeiten, in Deutschland respektiert...

Warum wurde Maritza ermordet?

5. Jänner 2019. Vereinzelt klammern sich einfache Häuser aus Holz und Beton an die unteren Berghänge der Sierra de Nevada de Santa Marta. Rundum: üppiger Urwald, Kakao- und Kaffeepflanzen. Ein unerwartetes Klopfen an der Tür beunruhigt Maritza Quiroz Leiva. Voller Vorahnung weist die Afrokolumbianerin ihren Sohn an, sich unter dem...

Gott hat seine Rechnung ohne die gemacht, die nicht teilen wollen

Das sagt Aharon, dessen konservative Eltern Siedler sind, der zeitweilig Aktmodell steht und als einziger in der Siedlung die Vereinigte Liste gewählt hat. Es sagt es zu Jonathan, dem Ultraorthodoxen, der sich am Donnerstagabend die Pejes über dem Kopf zusammenbindet, die Tzitzit in die Hose steckt und Techno tanzt. Aharon...

Mein Beruf ist Ausländerin

Zdenka Beckers Essayband An einem anderen Ort versammelt Kolumnen und Reiseberichte der Autorin. Sie erzählt von Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen, die ihr auf ihren beruflichen oder privaten Reisen oder bei Auslandsaufenthalten begegnen. Im Flugzeug nach Denver erzählt ihr ein Mann, dass er bei den Terroranschlägen am 11. September seine...

Wohnungslosen Frauen eine Stimme geben

Nachdem die Autorin Angelika Sinn beschlossen hat, ehrenamtlich im Bremer frauenzimmer, einem Tagestreff (mit einer Notunterkunft) für wohnungslose und andere in Not geratene Frauen zu arbeiten, gründet sie dort nach einem Jahr eine Schreibwerkstatt. Die Geschichten der Frauen berühren sie so, dass sie beginnt, einzelne wohnungslose (aber nicht auf der...

Ganz nahe dran

Es ist ein hübscher schmaler Band, mit vielen Bildern. Biografisches mischt sich mit Kunst- bzw. Fototheoretischem. Die Kriegsfotograf:innen Gerda Taro und Robert Capa gelten als die Schöpfer des modernen Fotojournalismus. Beide wurden an Kriegsschauplätzen bei der Arbeit getötet. Gerda Taro während des Bürgerkriegs in Spanien, des ersten Kriegs, bei dem...

Die Frage nach dem Menschen

Ingeborg Gleichaufs Biografie über Birgitte Reimann, eine der bedeutsamsten Literatinnen der DDR, konzentriert sich auf die letzten 20 Lebensjahre der Autorin, die bereits mit knapp 40 Jahren an Krebs verstarb. Gleichauf zitiert aus Briefen, Tagebüchern und dem literarischen Werk Brigitte Reimanns, um sich dieser anzunähern, diese greifbar zu machen. Entstanden...