Kategorie: (Auto)Biografien

Melancholische Lebensbejaherin

Astrid Lindgren ist im Jahr 1907 in Schweden, in eine ruhige Welt, ohne Auto-, Flugzeug-, Radio- oder Fernseherlärm, hineingeboren. Nur das Rauschen des Regens, das Rufen der Tiere im Stall oder das Krachen des Baumes, wenn dieser geschlagen wurde, waren zu hören. Sie hatte eine glückliche Kindheit in einem kleinen...

In die Berg bin i gern

Zwölf sehr persönliche Geschichten und Lebensentwürfe sehr unterschiedlicher Frauen zwischen 18 und 86 Jahren, die alleine, mit ihren Partnern und Kindern oder Helfer_innen Bauernhöfe in unterschiedlichen Höhenlagen bewirtschaften, vermitteln einen vielfältigen Eindruck vom Leben von Bergbäuerinnen in der Schweiz – ein Leben getragen von großem Idealismus und hohen Wertvorstellungen, von...

Ich werde gebraucht, also bin ich

Margaret Stonborough-Wittgensteins Kindheit in der reichsten Familie Wiens, mit DienerInnen, Hauslehrern, umgeben von Künstlern, Gelehrten und einer großen Geschwisterschar, jedoch wenig elterlicher Liebe, war für sie Auftrag. Der enorme Reichtum machte Schuldgefühle und bedeutete ihr Verantwortung. Sie nahm ihr eigenes Leben in die Hand, selbstbewusst und unkonventionell. Sie heiratete jung,...

Frauen im Buddhismus

Während der Buddhismus in der westlichen Welt ja oft mal romantisiert wird, repräsentiert er bei genauerem Hinsehen allerdings eine zutiefst traditionelle Männerwelt. Kelsang Wangmo, als Kerstin Brummenbaum in Deutschland geboren, weiß davon zu berichten. Sie hat ein jahrzehntelanges Stu-dium der tibetisch-buddhistischen Philosophie in Nordindien absolviert und wurde schließlich als erste...

Pionierin am Steuer

Es ist das Jahr 2011, in dem eine Frau in ihr Auto steigt und einfach losfährt. Sie verändert ihr Leben mit dieser Entschei-dung radikal. Denn Manal al-Sharif ist die erste Frau, die in Saudi-Arabien selbst Auto fährt – und dafür ins Gefängnis kommt. Und das, obwohl es im saudi-arabischen Gesetzbuch...

Hebammengeschichte mit Schwächen

In zahlreichen Gesprächen hat die Journalistin Rebekka Haefeli von Augusta Theler Geschichten über deren Beruf als Hebamme erfahren. Im vorliegenden Buch erzählt sie viele Einzelerlebnisse nach und beschreibt detailliert das Handeln der Geburtshelferin innerhalb und außerhalb des Kreißsaals eines Schweizer Spitals. Sie vermittelt dabei streckenweise das Gefühl, direkt vor Ort...

„Ehre der Arbeit, Genosse …“

Sandra Brökel hat die Lebensgeschichte des Prager Psychiaters Pavel Vodák (1920–2002), basierend auf dessen verschriftlichten Erinnerungen, akribisch und mit Empathie nachgezeichnet. Es ist ihr gelungen, ein Stück Vergangenheit lebendig werden zu lassen, das im Kontext von Migration und Zuwanderung nach Europa aktueller nicht sein könnte. „Das verbindet die Sterbenden mit...

Bilder, die bleiben

Zunächst vorweg: Dieses Buch ist tief beeindruckend. Das Herzstück bildet die erste deutsche Übersetzung der autobiografischen Aufzeichnungen der Musikwissenschaftlerin Anneliese Landau (1903–1991). Von frühen Antisemitismuserfahrungen ist hierin zu lesen, den (zunächst heimlichen) Besuchen musikwissenschaftlicher Kurse an der Universität Halle, der wachsenden Anerkennung unter den Größen des Faches (Arnold Schering, Alfred...

Der Dschihad zweier Schwestern

Zwei Schwestern, 16 und 18 Jahre alt, reisen 2013 von Norwegen nach Syrien, um sich dem IS anzuschließen. Eines nachmittags kommen sie nicht nach Hause, verabschieden sich via Email von ihrer Familie und treten ihre ein Jahr lang heimlich geplante Reise an. Die Familie war einst vor dem Bürgerkrieg in...

Terrorismus in Russland vor 1917

„Gross waren die Anforderungen, aber leicht für den, der vom revolutionären Gefühl beseelt war, jenem hochgespannten Gefühl, das keine Hindernisse kennt […]“ – unerschrocken und zielgerichtet mutet der autobiografische Bericht Vera Figners von den Vorbereitungen und der Durchführung des Attentats auf den Zaren im Jahr 1881 an, an dem die...