Kategorie: Belletristik

Mit Alma M. Karlin um die Welt

Sie war ihrer Zeit voraus – so startete Alma M. Karlin einem inneren Drang folgend im Jahr 1919 ihre Weltreise. Eine Frau, allein auf Weltreise? Kurz nach dem 1. Weltkrieg eine sehr ungewöhnliche Sache, was vor allem von Karlins Neugier, Hartnäckigkeit und Mut zeugt. Fast neun Jahre lang erkundete sie...

Damenzimmer und Küchentische …

… zählt Simone Frieling in der Einleitung zu ihrer Sammlung von Schriftstellerinnen-Porträts als Beispiele für Orte des Schreibens von Frauen auf. Als Ansatz für biografische Porträts von Autorinnen wie Virginia Woolf, Elisabeth Langgässer oder Gertrude Stein ist dieser Schwerpunkt, wo und unter welchen Bedingungen diese Frauen schreiben konnten oder mussten,...

Little Girl Blue

Hedy Lamarr galt in den 1940er Jahren als „schönste Frau der Welt“. Als Hedwig Eva Maria Kiesler 1914 in Wien geboren, produzierte sie als Eva in Gustav Machatýs Ekstase (1933) einen veritablen Skandal. Nicht die Nacktszenen waren der Tabubruch, vielmehr bleibt der von Hedy Kiesler gespielte Orgasmus, das Gesicht im...

Die Vielseitige

Sie ist Mimi Minus, Madame Ping Pong, Mahatma Gobi und Ramses II. Sie arbeitet als Film- und Theaterregisseurin, Theaterautorin, Performancekünstlerin, Malerin, Schauspielerin, Sängerin und ist zugleich Kunstfigur. All diese Talente vereinigt eine Person in sich: Mara Mattuschka! 1959 in Bulgarien geboren kommt sie zum Studium der Ethnologie und Sprachwissenschaft nach...

Geschichte einer Nierentransplantation

Der Debutroman der knapp 30-jährigen Autorin handelt von ihrer schweren Erkrankung – einer Niereninsuffizienz, und der Zeit, bis sie eine Spenderniere erhält. Anfängliche Symptome wie kalte Hände und Füße, Müdigkeit und hoher Blutdruck werden zunehmend stärker, dazu kommen Wassereinlagerungen. Solange, bis eine kompatible Spenderniere gefunden ist, muss die Autorin dreimal...

Abrechnung mit dem Mythos Kalifornien

Kalifornien zwischen den Jahren 1766 und 2001: Ersteres das Geburtsjahr der Ur-ur-ur-ur-ur Großmutter Elisabeth Scott, einer der ersten SiedlerInnen Kaliforniens, zweiteres das Sterbejahr der Mutter (Eduene Jerrett Didion) der Autorin. In diesem Zeitrahmen zeigt Joan Didion die Entwicklung Kaliforniens und fügt sanft ihre eigene Familiengeschichte ein, wobei sie auch prominente...

Eine ambivalente Heldin

Huismans aus drei Teilen bestehendes literarisches Debut reiht sich in die Tradition der Mütter-Töchter Romane ein. Der erste und der dritte Teil sind autobiografisch. Die Autorin beschreibt, wie unberechenbar die Stimmungsschwankungen ihrer manisch-depressiven Mutter Catherine sind und wie irritierend diese auf ihre Umwelt wirken. Wer ist diese extravagante, cholerische, geltungssüchtige...

Urbane Provinz

Archaeophyten sind eigentlich ebenso nicht einheimisch wie Neophyten, bloß schon länger – bereits vor dem Jahr 1492 – verzeichnet. Überlegungen wie diese finden sich viele in diesem vergnüglichen Roman. Psychoanalyse und die Verteidigung des eigenen Charakters, der Stellenwert von Sex und Selbstinszenierung bilden weitere Elemente und verflechten sich im Wunsch...

Hubots und Suizid in Berlin

Ein Hubot ist eine künstliche Intelligenz in einem mehr oder wenig täuschend nachgemachten menschlichen Körper. Die Menschen der Großstadt lassen sich Hubots programmieren, mit denen sie in Beziehungen leben. Bei Trennung wird der Hubot weitergegeben oder verschrottet. Dennoch (oder gerade deshalb?) – die Selbstmordrate steigt, und aufgrund fehlender oder unwilliger...

Parallelgesellschaft

Der Debutroman von Raphaela Edelbauer wurde sowohl für den deutschen als auch österreichischen Buchpreis nominiert. Er liest sich als hybride Parabel mit kafkaesken Einschüben, streckenweise dann wieder als Krimi und auch historische Legenden werden verarbeitet. Die tablettensüchtige Ruth Schwarz ist dabei, ihre Habilitationsschrift in theoretischer Physik zu verfassen, als sie...