Kategorie: Romane

Blick von unten

In ihrem vermutlich kurz vor dem 1. Weltkrieg entstandenen Roman beschreibt Else Feldmann das Leben im proletarischen Wien. Parteilich steht die – selbst in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene – Autorin und aktive Sozialistin an der Seite jener, die gesellschaftlich und politisch an den Rand gedrängt werden: Fabriksarbeiterinnen, deren Kinder oder Waisen...

Außer Konkurrenz

Rebekka organisiert ein Treffen mit ihren ehemaligen Schulkolleginnen. Die Matura am Eisenstädter Theresianum liegt mehr als 20 Jahre zurück. Damals waren die Schülerinnen die letzte Mädchenklasse des Gymnasiums. Danach schlugen die Frauen unterschiedliche Wege ein: Claudia ist zum Beispiel Winzerin, Karin Hausfrau, Verena Bloggerin, Rita hat Depressio-nen oder Helene ist...

Eine grenzenlose Kindheit

Mit gleichzeitig zarten und gewaltvollen Worten beschreibt Lilli Tollkien in ihrem Roman Mit beiden Händen in den Himmel stützen das Aufwachsen von Lale in einer Berliner Männerkommune, in der Freiheit und Vernachlässigung dicht nebeneinander existieren. Beide Eltern konsumieren, die Mutter jedoch so viel, dass sie sich nicht um das Kind...

Späte Abrechnung

Aaron St. Charles ist eine Tochter aus gutem Hause. Sie lebt Anfang des 20. Jahrhunderts mit ihrer Familie auf dem Anwesen „Temple Alice“ in Irland. Es gibt Pferde und Hunde, Jagdgesellschaften, Gouvernanten, Köchinnen, Knechte und jede Menge Geheimnisse und Lügen. Die oberste Familiendoktrin verlangt, den Schein zu wahren. Auch dann...

All das ist vergangen

Die Schuldlosen erzählt vom Aufwachsen der Geschwister Iris und Relja im kroatisch-bosnischen Grenzgebiet nach den Balkankriegen. Zwischen zerstörten Dörfern, gesellschaftlicher Orientierungslosigkeit sowie jugendlichem Verlangen und Zuneigung suchen sie ihren Platz und ein eigenes Leben. Es ist vor allem Iris Blick, dem gefolgt wird, und Iris Körper, dessen Verletzlichkeit zu spüren...

Der Bissen Wassermelone im Hals

Uppercut erzählt von einer jungen Frau, die in Wien lebt und auf ihre Kindheit im Belgrader Bezirk Dorćol in den 1990er-Jahren im Schatten des Krieges zurückblickt. Immer wieder aufkommende Flashbacks katapultieren sie in frühe Erinnerungen voller alltäglicher Gewalt auf den Straßen und in den Häusern Dorćols, familiärer Konflikte, Freundschaft, Sex...

Im Alltag untergehen

Kind, Mann, Katze, Enten, Chaos. Wallys Alltag ist überfüllt von vielen kleinen Dingen. Dazu auch noch die Diagnose ihrer Tochter: Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADHS). Sie braucht Therapie, Medikamente und Geduld. Sich damit auseinanderzusetzen und die Bedürfnisse ihrer Tochter zu respektieren, ist für Wally eine Heraus-forderung. Sie sieht sich selbst in ihrer Tochter...

Alles ist anders!

Der vierte Roman der österreichischen Autorin und Soziologin Birgit Birnbacher wendet sich wieder einem gesellschaftlich relevanten Thema zu. Es geht um neurodiverse Personen. Es ist der letzte Schultag vor den Sommerferien, als der zehnjährige Oz, der eine ADHS-Diagnose hat, mit einigen Klassenkamerad:innen die Hasen am Schulgelände inspiziert und vergisst, den...

Das Unerzählte

Auch in ihrem neuen Roman geht es der Autorin Svenja Leiber um das Aufdecken patriarchaler Machtverhältnisse in einem autoritären System. Anfang der 1940er-Jahre wurde die 16-jährige Nelka als Zwangsarbeiterin aus Lwów (Lwiw) von den Nationalsozialisten nach Norddeutschland verschleppt. Circa 50 Jahre später besucht Nelka diesen Ort. Gemeinsam mit Schura und...

Die letzte Zeitzeugin

In Anna Silbers neuen Roman geht es um die Gedächtniskultur für die kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus dem Konzentrationslager geflüchteten KZ-Opfer des Nationalsozialismus im Mühlviertel, die von den Bauern und Anrainer:innen umgebracht wurden. Die letzte in die Jahre gekommene Zeitzeugin Paula Puchner erkrankt an Alzheimer. Ihre Familie...