Kategorie: Romane

Fleisch – schmecken bis es schmerzt

Anna und Max, beide Mitte 40, kennen sind seit ihrer Schulzeit und sind Jahre später ein Paar geworden und geblieben, aus Gewohnheit und Bequemlichkeit. Anna überlegt eine Schönheits‑operation und träumt von Lilly. Lilly, 20 Jahre jünger, jobbt als Kellnerin und wohnt mit Alex und Sue in einer heruntergekommenen Wohngemeinschaft. Nebenbei...

Zuhause im Flüchtigen

Mit Wörtern werden faszinierend neue Bilder gezeichnet und aus kanonisierten Gemälden poetische Geschichten geschrieben. Yoko Tawada (Kleist-Preis 2016) verwebt flüchtige Geschichten und tiefgrei‑ fende Erfahrungen im Großstadtgetümmel spielerisch zu einem schlüssigen poetischen Roman. Bege‑ gnungen mit Träumen und Erinnerungen, Menschen und Tieren lassen die Protagonist_innen auf ihrem Weg nicht unberührt....

Die Kleinfamilienmaschine

Das Elend einer Mann/Frau Beziehung entfaltet das unendliche Drama einer Kleinfamilie. Erzählt wird in Episoden aus der Sicht der Tochter. Die Ich-Erzählerin bleibt dabei durchgängig radikal faktisch, ohne viele Adjektive, quälend ist es trotzdem. Schon nach wenigen Seiten will man wissen, wie alt die Autorin ist: geboren 1991! Erschütternd, klingt...

Drei Schwestern und ihre Familie

1948, in dem Jahr, in dem der Staat Israel ausgerufen wurde, verbrachte die jüdische Großfamilie Leibritzky wie jedes Jahr den Sommer in einer kleinen jüdischen Siedlung am Meer in Connecticut. Im selben Jahr starb der kleine Davy Leibritzky durch einen Verkehrsunfall. Davys Schwester Molly erzählt uns die Geschichte des Sommers...

Was man dem Hass entgegensetzen kann

Ellen erzählt aus ihrer kindlichen Sicht von den Gräueln des Zweiten Weltkrieges. Ihrer jüdischen Mutter ist die Flucht nach Amerika gelungen, sie jedoch bleibt bei ihrer Großmutter. Sie erlebt die Deportation ihrer Spielkameradinnen, den Selbstmord ihrer Großmutter, der sie die Tabletten unwillig, aber dennoch reicht. Eine Kindheit, wie sie eigentlich...

Dichterin in einer irrsinnigen Welt

Die bedeutende russische Dichterin Marina Zwetajewa und ihre Tochter Ariadna Efron sind die Protagonistinnen des Romans der finnischen Autorin Riikka Pelo. Das Leben der beiden Frauen in einer – wie es die Dichterin immer stärker wahrnimmt – irrsinnig gewordenen Welt ist geprägt von Schicksalsschlägen und Not, aber auch von Liebe...

Weltuntergang und Paradies

In ihrem zweiten Roman nach dem wundervollen „Der Tag an dem ein Wal durch London schwamm“, erzählt Selja Ahava die Geschichte von Saara, deren Mutter eines Tages tot im Garten liegt, getroffen von einem Eisbrocken, den ein Flugzeug verlor. Es ist auch die Geschichte von Annu, Saaras Tante, die zum...

Facetten von vier Leben

Das magersüchtige Model Fiona, der Obdachlose Maik, Achim der Karrieretyp und Aline die brave Ehefrau sind die ProtagonistInnen von diesem Roman. Charaktere, die auf den ersten Blick wie eine Plattitüde wirken, schaffen es auch während des Romans nicht ganz, von sich zu überzeugen. Aline versucht verzweifelt den Schein eines perfekten...

Chinesische Konturen

Unterschiedliche kulturelle und historische Konstellationen treffen im Roman von Undine Radzevičiūtė aufeinander: hier beschreibt sie in kurzen Sätzen mit viel direkter Rede das Zusammenleben von vier Frauen in einer  EURopäischen Chinatown, dort führt sie die Leserin ins China des 18. Jahrhunderts. Die Protagonistinnen des gegenwärtigen Erzählstrangs, eine dauerrauchende Großmutter, eine...

Jeder Fall trifft die Welt

Die Literaturwissenschaftlerin Christa Bürger bezeichnet sie als Mystikerin der Straße: Emmy Hennings, die spätere Mitbegründerin und erfolgreiche Schauspielerin des Cabaret Voltaire beschreibt Lebensstationen der Einsamkeit, Brotlosigkeit, Prostitution und Gefängnis. Im 1920 erschienenen Tagebuch-Roman „Das Brandmal“ geht es um eine Reise durch Deutschland als Großstadtnomadin und Landstreicherin. Bei der Ankunft am...