Autorin: m l

Rückzug in die innere Burg

Sogenannte Corona-Literatur als Folge erzwungenen Rückzugs nach innen hat sich als eine der vielen Nebeneffekte der Pandemie erwiesen. Zahllose Veröffentlichungen wollen, sollen oder können beweisen, dass Reflexion stattfindet. Auch Marica Bodrožić zeigt sich von der Situation inspiriert, ihre Überlegungen über den „Stillstand der Welt“ mitzuteilen. Ihr Ausgangspunkt, Rilkes „Panther“ –...

Machtvolle Wahrnehmung

Bettina Stangneth ist vor allem für ihre Texte zum Nationalsozialismus bekannt. „Hässliches Sehen“ ist der letzte Teil ihrer Essay-Folge, nach „Böses Denken“ und „Lügen lesen“. Darin beschäftigt sich die deutsche Philosophin damit, was das „Sehen“ für uns Menschen bedeutet. Wie machtvoll Bilder sind, wie wir Sinn aus ihnen ziehen oder...

Die Suche nach dem Nichts

„Ohne einen Apfel gibt es einen Apfel. Wie?“, fragt Gundi Feyrer im Vorwort zu dem Tempel des Nichts. Die Annahme der Quantenphysik, dass Materie nicht aus Materie besteht, ist der Ausgangspunkt für ihre poetische Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Nichts. In einem Wirbel aus Zitaten von Quantenphysikerinnen und anderen...

Wirtschaftskrise als Chance mit Erfolg nutzen

Die Autorin porträtiert Unternehmerinnen aus vier Bereichen: Handwerkskunst, Nachhaltigkeit, Genuss-Orte und Familienbetriebe. Diese Frauen setzen sich für kreative Kunst, Ökologie, Gesundheit, gute Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiterinnen und für Frauenförderung ein. Historische Frauengrößen wie die Inhaberin des Traditionscafés Demel oder die Kosmetikherstellerin und Gründerin der Dr.-Hauschka-Kosmetiklinie, sind hier ebenso porträtiert wie innovative...

Eine Grande Dame des Feminismus

Die Filmemacherin und feministische Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun hat nun ihre Lebensgeschichte veröffentlicht. Den Schwerpunkt legt sie dabei weniger auf emotionale, persönlich berührende oder familiäre Ereignisse als auf einen historischen intellektuellen Rückblick, wie sich der Feminismus in den letzten Jahrzehnten international entwickelt hat und welche Vernetzungsrolle sie selbst dabei innehatte,...

Das kurze Leben einer Zionistin

Aus umfangreichen Tagebucheintragungen und ausführlichen Briefen zeichnet Sulamith Sparre das kurze, intensive Leben von Hannah Senesh nach. Neben diesen Selbstzeugnissen geben auch die Aufzeichnungen der Mutter und einiger MitstreiterInnen Einblick in das Leben dieser mutigen Frau, die in Israel eine Nationalheldin ist. Hannah Senesh wird 1921 in Budapest geboren. Ihre...

Positiv nach vorne blicken

„Mein Gesicht ist von einem Netz von Falten überzogen. Auf meinem Hand­rücken tummeln sich Altersflecken. Ich nehme diese Alterssignale bewusst, aber nicht verzweifelt auf. Sie zeigen nur: Ich habe gelebt – gelacht – geliebt!“, so Topsy Küppers über das Älterwerden in dem zu ihrem heurigen 90. Geburtstag erschienenen Buch „Nix...

Die Demontage eines Mythos

Leni Riefenstahl war Regisseurin, Schauspielerin und Fotografin, deren Ruhm im Dritten Reich seinen Höhepunkt fand. Die Autorin des Buches hat in den Siebzigern eine Dokumentation für den WDR über Riefenstahl und deren Zwangsrekrutierung von Roma und Sinti als Komparsinnen und Komparsen für den Film Tiefland gedreht und wurde deshalb von...

Tätowierungen und Nabelschnitte

Auch in ihrem vierten Buch wendet sich die Journalistin Lisbeth Herger den Subalternen zu. Ihre Spurensuche in der Ostschweiz konzentriert sich auf Pauline Schwarz, Jahrgang 1918, eine Frau aus armen Verhältnissen. Ihre Mutter stirbt früh, der Vater ist Alkoholiker und wenig in der Lage, den drei Kindern ein Zuhause zu...

Erinnerungen eines Optant:innenkindes

Paula Morandell wanderte als Kind mit ihren deutschsprachigen Südtiroler Eltern 1939 ins „Deutsche Reich“ aus und kehrte mit der Mutter und den vier kleinen Brüdern nach Kriegsende illegal wieder zurück. Von ihrer Geschichte voller Lebensgefahren, bösartigen wie helfenden Menschen, von extremer Armut und der Alltäglichkeit sexualisierter Gewalt handelt der hochwertig...