Kategorie: Feministische Theorie, Gender, Queer Studies

Erinnern in anerkennender Differenz

Seit einigen Jahren tobt im deutschsprachigen Raum der Streit, ob lesbischen Frauen als Verfolgungsopfer des Nationalsozialismus gedacht werden könne. Die Linien der Kontroverse liegen an den Fragen, ob die diesbezügliche Situation von Lesben mit jener von Schwulen verglichen werden könne, auf welche Gebiete und Gesetze der NS-Herrschaft zu welchem Zeitpunkt...

Queeres in der Lesbenbewegungsgeschichte

Lara Ledwa hat ihre Abschlussarbeit der Geschichte des „Lesbischen Aktionszentrums Westberlin (LAZ)“ der 1970er Jahre gewidmet, um mit den neugierigen Augen der jungen Lesbe Hintergründe zu verstehen und vergessene Ansätze wieder auszugraben. Aus einer explizit queeren und betont wertschätzenden Perspektive unterzieht sie das Material aus 36 Ordnern aus dem Spinnboden-Archiv...

Rechtlich ungeschützte LGBTI*-Personen

Können Fälle von Verfolgung aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität als Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) angeklagt werden? Was wie eine Wissensfrage klingt, die mit Ja oder Nein beantwortet werden könne, ist in der Realität eine höchst komplexe Angelegenheit, der Katrin Kappler ihre juristische Dissertation...

Verzahnte Ausgrenzung

Der Band „Antisemitismus – Antifeminismus“ nimmt sich zwei zentrale Ausgrenzungsstrategien des 19. und 20. Jahrhunderts vor und geht den Überlagerungen, aber auch Konkurrenzverhältnissen zwischen beiden nach. Gut nachvollziehbar ist die Gliederung in drei große Blöcke: „Frauen als Akteurinnen“ umfasst u.a. Beiträge zum Umgang (besser: Nicht-Umgang) der radikalen Frauenbewegung Ende 19./Beginn...

„Bei Frauen soll1en wir strenger sein“

So lautet eine kleine, aber aufschlussreiche interne Notiz in Eva Ruttes Antrag an den Neuen Hilfsfond, in dem die Gattin eines Gynäkologen – beide konnten sich rechtzeitig vor den Nationalsozialisten ins sichere Exil retten – Anspruch auf Hilfsleistungen stellte. Barbara Sauers Beitrag „Beruf: Arztgattin?“ beleuchtet eindrücklich die genderspezifischen Aspekte der...

Queer-feministische Positionsbestimmungen

Der Sammelband von Birgit Sauer und Katharina Pühl gibt einen Einblick in aktuelle Diskussionen queer-feministischer Kapitalismuskritik im deutschsprachigen Raum. Diese spannt sich über Fragen der Regulierung von Sexualitäten, trans/nationale Relationen von Reproduktionsverhältnissen zu materialistisch-feministischen Perspektiven. Dabei werden unter anderem Themen wie Generativität und Bevölkerungspolitiken behandelt, die Verschränkungen verschiedener Herrschaftsverhältnisse diskutiert...

Theorieproduktion aus dem globalen Süden

Vervollständigen ohne Anspruch auf Vollständigkeit – so könnte der Anspruch verkürzt dargestellt werden, den die drei Wiener Autorinnen an dieses Buch haben, in dem sie Einblick in marginalisierte, wenig rezipierte feministische Theoriebestände geben. Der Band ist aus der Perspektive von Unilehrenden für ebensolche sowie Studierende geschrieben und setzt Grundkenntnisse der...

Fürsorgliche Männlichkeiten!

Dieser Sammelband bietet eine Vielzahl an Perspektiven auf positive, fürsorgliche und inklusive Männlichkeiten. International (mit Beiträgen aus Europa, Afrika, US und Asien) und transdisziplinär angelegt zeichnen sich die Artikel neben methodischer Breite auch durch eine konsequente Verbindung von feministischer Theorie und Praxis aus. Konkrete Ressourcen und Beispielübungen für Unterricht, Trainings,...

Feminismus in Italien

Berlusconis Affäre mit einer siebzehnjährigen Tänzerin löste 2011 einen Sturm der Entrüstung aus, sodass eine landesweite Frauenbewegung mit dem Titel „Se Non Ora Quando“ (SNOQ) in Italien entsteht. Orientiert an den Bedürfnissen der cis* Menschen setzen sich die unterschiedlichen landesweiten Gruppen vor allem aus Frauen mittleren Alters mit akademischer Vorbildung...