Verschlagwortet: Exil

Von Wichteln und Rädertieren

Josepha Mendels schafft es, einen poetischen, oft auch humorvollen Roman über schwierige Themen zu schreiben: Ein Schriftsteller, Frans Winter, muss 1943 als Jude aus den Niederlanden flüchten, seine Frau und die zwei Kinder bleiben zurück, er gelangt nach wechselhaften Ereignissen letztlich nach London, wo er seine Zeit im Exil verbringen...

Starke Frauen erwünscht

Zu Beginn der Filmgeschichte waren Frauen in ausführenden Funktionen in der Filmproduktion tätig. Elvira Notari in Italien, Alice Guy-Blaché in Frankreich waren als Regisseurinnen und Produzentinnen von Anfang an mit dabei. So auch Louise Kolm-Fleck (1873-1950). Als Louise Veltée geboren – der Vater war als Schausteller in Wien erfolgreich –...

Bilder, die bleiben

Zunächst vorweg: Dieses Buch ist tief beeindruckend. Das Herzstück bildet die erste deutsche Übersetzung der autobiografischen Aufzeichnungen der Musikwissenschaftlerin Anneliese Landau (1903–1991). Von frühen Antisemitismuserfahrungen ist hierin zu lesen, den (zunächst heimlichen) Besuchen musikwissenschaftlicher Kurse an der Universität Halle, der wachsenden Anerkennung unter den Größen des Faches (Arnold Schering, Alfred...

Gegen das Vergessen

Die Werke von Mela Hartwig – Schauspielerin, Schriftstellerin und Malerin – wurden von den NationalsozialistInnen verboten und waren noch lange nach Ende des zweiten Weltkriegs vergessen – erst ab den 1990er Jahren wurden sie wieder neu aufgelegt. An ihre Erfolge der 1930er Jahre konnte die Schriftstellerin im Exil in London...

Des – orientale

Kimiâs Sadrs Geschichte beginnt in der Kinderwunschabteilung eines Krankenhauses in Paris und mit ihrem Urgroßvater Montazemolmolk in Manzandaran, einer Provinz im Norden Irans. Diese beiden Erzählstränge strukturieren den Roman. Kimiâ ist lesbisch und wünscht sich sehnlichst ein Kind, so landet sie mit einem HIV positiven Freund in der Kinderwunschabteilung, der...

Die Schapire-Schwestern

Die Nationalgalerie Berlin besitzt ein expressionistisches Porträt von Rosa Schapire aus dem Jahr 1920, das sie mit genervtem Gesichtsausdruck zeigt, man meint darin ein „Bist du bald fertig?“ zu lesen. Das richtet sich an den Maler des Bildes, Walter Gramatté, dem Schapire – neben anderen jungen Kunstschaffenden – zu öffentlicher...

Austritt aus der Muttersprache

Chaya – das ist die Geschichte einer sprachaffinen jungen Iranerin mit jüdischem Hintergrund, die im zarten Alter von 14 Jahren aufgrund der Zustände in ihrem Heimatland nach dem Sturz des Schahs von ihren Eltern zu Verwandten in die Schweiz geschickt wird, damit sie es besser hat. Zurück bleiben Vater, Mutter...