Autorin: b w

Gehen, wohin man will? 

„Eine Frau im Exil, so entfremdet, dass sie die Ihren nicht mehr erkennt. Ihre Hingabe für dieses Land macht sich durch Übereifer verdächtig.“ „Erschlagt die Armen!“ ist der Titel eines Gedichtes von Baudelaire. Die Protagonistin des Romans mit indischer Herkunft schlägt einem Migranten in der Metro eine Weinflasche auf den...

Ab morgen eine rundum gute Mutter 

‚Das glücklichste Baby der Welt‘ liegt als Lektüre auf dem Nachttisch der schwangeren Ich-Erzählerin. Überglücklich wird auch sie selbst sein, sobald ihr Baby auf der Welt ist. Lasse wird es heißen, sein Vater wird es abgrundtief lieben und sie und Lennart werden dann endlich das Traumpaar sein, das sie wären,...

Jakob und Juli… 

– das klang wie ein Versprechen. Jakob hat dieses Versprechen gebrochen und Juli vor Jahren verlassen, nun kündigt er lakonisch seine Wiederkehr an: „Ich komme in 12 Tagen.“ Während Juli – eine chaotische, wenig erfolgreiche Schriftstellerin – überlegt, ob sie den Kerl wiederhaben will, begegnet sie 12 Menschen: ihren neurotischen Eltern, ihrem zittrigen Zahnarzt, mit...

Bora und Jugo – Windlieben 

Im Roman treiben die Protagonistin Mara und der zunächst Unbekannte Andrej im wahrsten Sinne des Wortes im Wind. Sie treffen auf einer kleinen Insel aufeinander: Hier begleitet in den Sommermonaten das Eintreffen von TouristInnen mit den Schiffen und ihre abendlichen Abfahrten den Tagesrhythmus am Hafen. Mara ist Künstlerin, Schriftstellerin, doch...

Solange es Menschen gibt! 

Einmal mehr beweist Jenny Erpenbeck in ihrem aktuellen Roman, dass Menschen durch zeitliche Ereignisse veränderungswillig sind, und dass dabei Zufälle eine große Rolle spielen. Als afrikanische Asylwerber am Oranienplatz in Berlin einen Hungerstreik machen, wecken sie das Interesse eines Passanten, es ist der verwitwete emeritierte Altphilologe Richard. Er nimmt Kontakt...

Spuren kolonialer Narben 

Die Erzählstimme des Buches Kambili, das sechzehnjährige Mädchen nigerianischer Herkunft, lebt in einer diktatorisch durchstrukturierten Welt, die von ihrem Vater bestimmt wird. Kambilis Familie, bestehend aus ihrem Bruder Jaja und den Eltern, lebt in wohlhabenden Verhältnissen und ist äußerst großzügig gegenüber ihren katholischen Glaubensbrüdern und -schwestern. Der Vater, als Symbol...

Vom fliegenden Widerstand 

Verena Mermers erster Roman „die stimme über den dächern“ wirbelt Baku, Aserbaidschan, durcheinander. Inmitten von Rebellion und Liebe sind es einzelne Stimmen, von Fremden und Freund_innen, die zu einer einzigartigen Geschichte zusammengewirbelt werden. Mit viel Liebe zum Detail, fast vorsichtig anmutend, lässt die Autorin die Geschehnisse passieren und kennt keine...

Rosa hat Krebs  

Um ihre Liebsten nicht zu belasten, lässt Rosa sie im Glauben, sie wäre nach der Chemotherapie genesen. Unter dem Vorwand, sich auf einer Reise von den Strapazen der Therapie erholen zu wollen, bricht sie nach Matera in Süditalien auf –  den Ort, an dem mit ihrer ersten Liebe alles begonnen...

mad lady in the attic 

Der Name Bertha Antoinette Mason steht in der Literatur für das Hindernis zu Jane Eyres Liebesglück. Die Verrückte am Dachboden. Doch abseits des lakonischen Urteils, es handle sich um eine mörderische Wahnsinnige, gewährt uns Brontë keine Einsicht in die Figur. Dazu bedarf es der Neuauflage dieses bereits 1966 erstmals erschienen...

Viktorianische Doppelmoral 

Ally wächst in Manchester in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester May unter einer strengen, asketischen Mutter und einem künstlerischen, hedonistischen Vater auf. Die autoritäre, katholische Mutter setzt sich für die Armen und Kranken in der Gesellschaft ein und erwartet ein ähnlich selbstloses Engagement von...