Kategorie: Belletristik

„La Furia Roja“

Statt mit ihrer Familie das Viertelfinale der Fußball WM anzusehen, in dem La Furia Roja, die spanische Nationalmannschaft, steht, wird Commisaria Ruiz zu einem rätselhaften Leichenfund gerufen. Ein junger Mann ist in einem gerade mal 70 cm tiefen Teich ertrunken. Auch der Journalist Luna kommt nicht in den Genuss des...

Schmeißfliegen und andere Krabbeltiere

Zwei junge Frauen treffen in Virginia aufeinander: Sophie Braam, Barkeeperin und Serienmörderin, und Nora Martin, Polizistin und, weil Schwarz und erst kürzlich zugezogen, Außenseiterin im Revier. Während Nora eigentlich damit beschäftigt ist, brutale Frauenmorde zu verarbeiten, entledigt sich Sophie ihrer übergriffigen Kunden auf ebenfalls brutale Art und Weise. Die beiden...

Es brodelt

Juli 1944, Berlin. Oberstleutnant Martin Bora kommt von der Front zum Begräbnis seines Onkels und trifft dort Bekannte und seine Familie. Am nächsten Tag will er wieder abreisen, wird aber zu Gruppenführer Nebe von der Kriminalpolizei gerufen. Angstvoll blickt er dem Termin entgegen, da sich in diesen Zeiten niemand sicher...

London, 2013

Emma Vine ist als Eventmanagerin sehr angesagt. Aus einer reichen Familie stammend – die Großmutter ist Bankerin – lebt sie recht reduziert: schwarzes Gewand im Edel-Gothic-Stil, bei ihrem Zwillingsbruder Eric wohnend und als Arbeitsmittel lediglich einen Laptop. In ihrer Familie hat Emma keinen guten Stand – die Großmutter glaubt, dass...

Mein Herz ist ein Fenster

Drei Texte sind es, die Helena Adler knapp vor ihrem Tod fertiggestellt hat. Zentral ist allen drei: das Aufbäumen gegen den Morast der Provinz, der Kampf gegen die allumfassende Schwermut, der Versuch, dem unausweichlichen Tod so lange wie möglich zu entkommen. Einer ungeheuren Druckwelle gleichend baut sich die Sprache der...

Literatur auf engstem Raum

Lydia Davis ist eine Meisterin der Kurzform. Mit wenigen Worten gelingt es ihr eine ganze Geschichte zu erzählen, wie etwa „Mit achtundzwanzig sehnt sie sich danach, noch einmal fünfundzwanzig zu sein“ oder „Sie war ein bisschen betrunken, als sie das Abendessen kochte, und ließ alles anbrennen. Er war ein bisschen...

Das Nachleben des Überlebens

Die Graphic-Novel Künstlerin Barbara Yelin trifft 2019 das erste Mal Emmie Arbel, welche als Zeitzeugin in der Gedenkstätte Ravensbrück über ihre Erinnerungen spricht. Es folgen über drei Jahre lang gegenseitige Besuche, viele Dutzend Gespräche und diese Graphic Novel, in dem Yelin das Leben von Emmie Arbel auf einfühlsame Weise portraitiert...

Glücklich ohne Geschlecht

Maia Kobabe zeichnet in deren Graphic Novel Gender Queer. Eine nichtbinäre Autobiographie deren schwierige psychosexuelle und zugleich soziale Identitätsfindung nach, die in der Wahl des Pronomens dey zu einem verhaltenen Happy End führt. Als so gelesenes Mädchen in eine alternative Aussteigerfamilie hineingeboren, die „mit klassischen Geschlechterrollen nichts am Hut [hat]“,...

Personalisierte Geschichte

Verena Hausers „essayistische Momentaufnahmen“ spielen in Kärnten zwischen 1918 und 1934, einer schwierigen Zeit voller Umbrüche: der Grenzkonflikt mit Jugoslawien, die Volksabstimmung 1920, das Erstarken des Nationalsozialismus bis hin zum Putschversuch 1934 im Lavanttal. Die Autorin erzählt diese Zeit aus der Perspektive ihrer Figuren. Was hat den jungen Albert dazu...

„Das Sterbenmüssen ist eine Gemeinheit“

An den Skandal über Zeemanns Autobiografie Jungfrau und Reptil kann ich mich gut erinnern. In seinem Erscheinungsjahr 1982 sieht sich die österreichische Volksseele noch immer als erstes Opfer Hitlers und kann mit der Wahrheit so ganz und gar nicht umgehen. Und da kommt eine daher und erzählt unter anderem die...