Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Zeitreise: Linzer Frauengeschichte(n)

Zeit (19. und 20. Jahrhundert) und Raum (Linzer Provinz und Peripherie) werden im historischen Jahrbuch durch Frauen- und Geschlechtergeschichte auf sehr umfassende Weise miteinander verwoben. Unterschiedliche Lebenszugänge sind von Frauen in Tagebuchform zu finden oder werden anhand von Dokumenten und Briefen nacherzählt sowie durch Zeitzeug_innen näher gebracht. Exemplarisch sei an...

Verspielt

Neu und nicht mehr ganz neu sind zwei Spiele, die unser Gedächtnis in Bezug auf legendäre Frauen und Frauen-/Lesbengeschichte trainieren sollen. Beide sind so schön gemacht, dass sie lieber ausgestellt, gerahmt und aufgehängt werden wollen, als dass eine mit ihnen ernsthaft spielen wollen würde. Wunderbar ist das von Margit Hauser...

Von Bildern, die bersten …

Mit wortgewaltigen Bildern schreibt Breier gegen „Gottvaters Leistungsträgerleistungsbegriff“ und „Adam“, den „Intriganten“ an, teils mit apokalyptischer Unerbittlichkeit, teils mit fein ziselierter Ironie. Gott und Teufel, Himmel und Hölle, Glück, Unglück und Urknall werden in pathetisch anmutenden Bildern beschworen und gleichzeitig banalisiert. Da taucht immer noch und immer wieder der brennende...

Haus der Sprache

„in meiner stimme kristallisiert die erste sprache und memoriert die chiffren der erinnerung“. Lange – und langsame – Transite: Landschaften werden zu Gedichten, Gedichte werden zu Landschaften. Menschen und Dinge ermöglichen oder verhindern Worte, die ihrerseits die Menschen, die Dinge, die Orte erst ermöglichen – oder verhindern. Manchmal sind die...

Die Farbe der Macht

In diesem Sammelband gibt der Orlanda-Frauenverlag zwanzig Jahre nach ihrem ersten Erscheinen die beiden Gedichtbände „Blues in schwarz-weiß“ (1997) und „Nachtgesang“ (1995) von May Ayim nun in einem Buch zusammengefasst heraus. Die 1996 mit nur 36 Jahren früh verstorbene Autorin gehört zu den bemerkenswertesten Verfasserinnen pointierter politischer Lyrik von Frauen...

Die Seile meiner Seele

Sie ist Migrantin. Sie ist Schwarze Wienerin. Ishraga Mustafa Hamid lässt uns teilhaben an ihren Alltagserfahrungen, die geprägt sind von Freundschaft und Feindschaft, von Nachbarschaftshilfe und Rassismus. Die Suche nach einer Identität steht im Mittelpunkt. „Wer bin ich? Die Identitätserfahrungen sind in Österreich in mir explodiert.“ Sie wählt dafür die...

Bitte laut lesen!

Ein Rhythmus, wo frau mit muss oder ein beredtes Bespiel, für das nie enden wollende, immer weiter fabulierende Sprechen der Sprache selbst, nicht das Vollkommene: ein wunderbares, tönendes, auch abgründiges sinnliches Schwelgen in Sinn und Unsinn, ein letztes Wort nach dem anderen, immer wieder verwandt, umgewandt, gewandet, immer wieder von...

Sublim

Gleich vorab gesagt: Anne Carson lesen heißt, sich auf Sprünge zwischen Antike und Gegenwart einzulassen und bitte keine Angst vor Bezügen zu klassischen Topoi oder „Gott“ an sich zu haben. Anne Carson lesen heißt, sich auf das textliche Zusammenspiel der Gattungen Gedichte, Oper und Essays einzulassen. Die kanadische Autorin, Jahrgang...

Risiken und Nebenwirkungen von Utopien

Die Umweltphilosophin Barbara Muraca findet in ihrem Büchlein klare Worte: Individuelle Möglichkeiten, sich das Gute Leben zu verwirklichen, sind nicht dasselbe wie kollektive und demokratische Mitbestimmung. Wachstum ist kein Weg mehr, um die Lebensqualität steigen zu lassen. Muraca startet mit einer Utopie der Ökofeministin Veronika Bennholdt-Thompson, die im Jahr 2099...

Die Produktion des Guten Lebens

Brigitte Kratzwald untersucht in ihrem Buch zwei selbstorganisierte Wirtschafts- und Lebensformen als Alternativen zum kapitalistischen Modell. Diese Ansätze sind einerseits die aus dem Ökofeminismus erwachsene Subsistenzperspektive und andererseits die Peer Production in der Freien Softwareproduktion. Subsistenz bedeutet, die Produktion von lebensnotwendigen Produkten (wie Lebensmitteln), die Hauswirtschaft und soziale Beziehungen aufzuwerten...