Autor: m l

Ganz nahe dran

Es ist ein hübscher schmaler Band, mit vielen Bildern. Biografisches mischt sich mit Kunst- bzw. Fototheoretischem. Die Kriegsfotograf:innen Gerda Taro und Robert Capa gelten als die Schöpfer des modernen Fotojournalismus. Beide wurden an Kriegsschauplätzen bei der Arbeit getötet. Gerda Taro während des Bürgerkriegs in Spanien, des ersten Kriegs, bei dem...

Die Frage nach dem Menschen

Ingeborg Gleichaufs Biografie über Birgitte Reimann, eine der bedeutsamsten Literatinnen der DDR, konzentriert sich auf die letzten 20 Lebensjahre der Autorin, die bereits mit knapp 40 Jahren an Krebs verstarb. Gleichauf zitiert aus Briefen, Tagebüchern und dem literarischen Werk Brigitte Reimanns, um sich dieser anzunähern, diese greifbar zu machen. Entstanden...

Nur noch eine Sache

Die Nobelpreisträgerin und Biochemikerin Katalin Karikó wächst im realsozialistischen Ungarn in einer Arbeiterfamilie auf. Ihre Neugier auf eine komplexe Welt lebt sie in der Schulzeit über ein gesteigertes Interesse an naturwissenschaftlichen Prozessen aus. Als ehrgeizige Schülerin nimmt sie an landesweiten Wettbewerben teil. Ihre bereits in dieser Zeit außergewöhnlichen Leistungen begründet...

Zwischen den Fronten

Die Ukrainerin Olga Krawzowa wurde 1923 in der Kleinstadt Snamjanka geboren. Als die Nationalsozialisten im Spätsommer 1941 in ihre Heimatstadt einmarschieren, ist sie 17 Jahre alt. In ihrem Tagebuch beschreibt Olga die Zeit der deutschen Besatzungsherrschaft in der Ukraine sowie die ersten Monate nach der Befreiung durch die Rote Armee....

Sich im Stadtraum verlieren

Einer der letzten warmen Tage des Jahres. Sarah, Mira, Kata streifen den ganzen Abend durch die Stadt, jede für sich. Erinnerungen, Bekanntschaften und einzelne Textnachrichten verbinden die drei. Bloß nicht zu viel Nähe. Oder stehen sich die drei jungen Frauen in ihrer unbeteiligten Art vielleicht näher, als ihnen selbst recht...

Zwischen dem Wasser und dem Sternenhimmel

Auf den letzten Seiten von Barbara Zemans zweitem Roman Beteigeuze angelangt, ist man tief eingetaucht in die Wahrnehmungen der Ich-Erzählerin Theresa Neges von der Welt, die sie umgibt. Nachdem Theresa, die mit ihrem Freund Josef in der kleinen blauen Wohnung im zweiten Wiener Gemeindebezirk lebt, aufhört, ihre Tabletten gegen Schizophrenie...

Zittern des Kolibris

In poetischen, nahezu trügerisch verträumten Worten fließt die Geschichte von Ella durch das Dickicht des kolumbianischen Dschungels, durchwoben von Rückblicken, die ihre gegenwärtige Realität zeichnen. Bei der von Isabella Feimer erzählten Tragik des Erlebten verschmilzt die umgebende Natur mit Ellas Innerem, sie kämpft und lässt geschehen – aufgrund selbst erfahrener...

Die Schaffung einer eigenen Geschichte

Im Debütroman Adikou der 1997 geborenen Autorin Raphaëlle Red begibt sich die gleichnamige Protagonistin von Paris aus auf eine Reise durch die USA und Ostafrika. Dabei sucht sie nach dem Verständnis ihrer Herkunft, die sie seit jeher durch die Augen ihres Gegenübers bestimmt. Sie reist begleitet von einer Erzählstimme in...

Dolce far niente

In einer Sommernacht treffen Maja und Cordelia in einer kleinen Wiener Gasse ein Pferd und wundern sich. Sie gehen zu Fuß nach Hause, das Pferd folgt ihnen auffällig. Maja und Cordelia bewohnen ein geerbtes desolates Häuschen am Stadtrand von Wien. Im kleinen Garten wohnt jetzt Isidora, das frühere Fiaker-Pferd. Wie...

Himmel und Hölle

Brenda Navarro reflektiert in Leere Häuser das Konzept der Mutterschaft in einer von Machismo geprägten Gesellschaft. Erzählt wird die Geschichte zweier Frauen in Mexiko City. Die erste Frau möchte eigentlich keine Kinder haben, bekommt aber trotzdem welche. Die zweite Frau wünscht sich nichts sehnlicher als Mutter zu werden – es...